Der Schutzhelm sollte auch auf der privaten Baustelle obligatorisch sein!

Schutzkleidung am Bau – warum ist das notwendig?

Auf Baustellen gibt es jede Menge Gefahrenquellen, vor denen sich Bauherren und deren Helfer schützen können. Das fängt bereits bei den Schuhen an. Wer schon einmal mit Turnschuhen auf einen Nagel getreten ist, geht wahrscheinlich nicht mehr ohne entsprechende Schuhe auf seine Baustelle. Es herrscht Rutschgefahr.

Gegenstände können von oben herabfallen, wie beispielsweise der Hammer des Freundes, weil er etwas unvorsichtig war. Laute Arbeiten, wie das Benutzen eines Bohrhammers, machen einen Gehörschutz erforderlich. Bei Schleifarbeiten ist es notwendig, die Atemwege vor Schleifstaub zu schützen. Eine Arbeitshose schützt vor ätzenden Zementspritzern und hat viele Taschen, in denen das Werkzeug sicher Platz findet.

Professionelle Arbeitskleidung für mehr persönliche Sicherheit

Arbeitskleidung ist nicht nach der neuesten Mode entworfen, sondern muss bequem sein, ohne dabei herumzuflattern. Häufig verfügt sie über dehnbare Einsätze und schränkt somit die Bewegungsfreiheit nicht ein. Außerdem ist Arbeitskleidung besonders strapazierfähig. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der richtigen Arbeitskleidung ist die Beantwortung folgender Frage: Bi

etet die gewählte Arbeitskleidung den erforderlichen Schutz für die anstehende Arbeit? Beispielsweise haben Sicherheitsschuhe in der einfachen Ausführung nur eine Stahlkappe. Auf der Baustelle ist allerdings eine durchtrittsichere Sohle notwendig. Professionelle Arbeitskleidung im Webshop bestellen ist eine gute Idee. Dort gibt es zu jedem Produkt eine ausführliche Beschreibung, aus der auch hervorgeht, vor welchen Gefahren beispielsweise das bestimmte Paar Schuhe schützt.

Diese Grundausstattung sollte der Hausbauer haben

Viele Hobbyheimwerker legen mit Freude Hand an beim Bau des eigenen Hauses. Zum einen weil sie Arbeiten selbst ausführen können, zum anderen um Geld zu sparen. Bei der Schutzausrüstung sollte jedoch keiner knauserig sein.

Augen-, Atem- und Gehörschutz

Als Erstes sollte sich jeder Augen-, Atem- und Gehörschutz zulegen. Schutzbrillen schützen vor herumfliegenden Fremdkörpern. Eine Kunststoffvollsichtbrille schützt das wertvolle Augenlicht, egal aus welcher Richtung der Fremdkörper kommt. Auch beim Gehörschutz stehen einige Möglichkeiten zur Auswahl, wie Ohrenstöpsel, Gehörschutzkapseln oder -bügel. Als Atemschutz sind normalerweise einfache Schutzmasken ausreichend.

Kopfschutz und Sicherheitsschuhe

Kopfschutz und Sicherheitsschuhe sind auf einer Baustelle ein absolutes Muss. Der Kopfschutz kann der klassische Schutzhelm oder eine moderne Anstoßkappe sein. Sie haben in etwa eine vergleichbare Schutzwirkung. Bei der Auswahl des richtigen Sicherheitsschuhs ist darauf zu achten, dass die Schuhe mindestens durchtrittsicher sind, also mindestens Schutzklasse S1P oder ab S3 aufwärts entsprechen. Welche Gefährdungsklassen, welche Fußschutzarten und welche Sicherheitsschuhe es gibt, hat die BG Bau übersichtlich zusammengefasst.

Arbeitshose und -jacke

Arbeitshose und -jacke dürfen bei der Arbeitskleidung natürlich nicht fehlen. Normalerweise genügt für die Arbeiten beim Hausbau normale Arbeitskleidung. Wer jedoch beispielsweise auch viel mit der Kettensäge arbeitet, sollte sich lieber gleich Kleidung mit höherer Schnittfestigkeit anschaffen. Dann ist keine gesonderte Arbeitskleidung für diese Arbeiten notwendig. Um das gesamte Jahr über auf der Baustelle arbeiten zu können, ist es notwendig, mehrere Sets Arbeitskleidung anzuschaffen. Im Sommer ist Baumwollkleidung am besten geeignet. Im Idealfall lässt sich die Unterarmbelüftung mithilfe eines Reißverschlusses regulieren. Für den Winter empfehlen sich warme und gefütterte Kleidungsstücke. Der besonders kälteempfindliche Nierenbereich sollte gut geschützt sein. Dafür gibt es beispielsweise Jacken, die einen verlängerten Rücken haben.

Schutz für die Hände

Arbeitshandschuhe sind ebenfalls wichtig. Spezielle Handschuhe, beispielsweise aus Dyneema-Fasern, sind besonders haltbar und bis zu einem gewissen Grad schnittfest. So ist das Verletzungsrisiko beim Abrutschen mit einem Werkzeug geringer. Handschuhe schützen die Hände auch vor Blasen bei ungewohnten Arbeiten. Speziell für das Arbeiten mit Zement gibt es Handschuhe aus nitrilgetränkter Baumwolle, die alkalische Stoffe nicht durchdringen können. Lederhandschuhe sind für diese Arten Arbeit ungeeignet. Denn wenn sie nass sind, sind sie durchlässig für diese Stoffe.

Wann welche Schutzausrüstung benutzen?

Welche Schutzausrüstung zum Einsatz kommen sollte, hängt von der gerade auszuführenden Arbeit ab. Dabei sollten Schutzhelm und durchtrittsichere Schuhe immer obligatorisch sein. Bei gewerblichen Baustellen ist das Betreten ohne dieses Minimum an Schutz verboten.

Arbeiten mit unbearbeitetem Holz

Holzsplitter in der Hand sind äußerst unangenehm und lassen sich manchmal nur sehr schwer wieder entfernen. Deshalb ist es bei Arbeiten mit unbearbeitetem Holz unbedingt notwendig, Arbeitshandschuhe zu tragen. Bei größeren Holzteilen ist auch die Arbeitsjacke notwendig. Denn aus der Schulter beispielsweise lassen sich Holzsplitter noch viel schwieriger selbst entfernen. Das kann beim unbedachten Hochhieven eines ungehobelten Holzbalkens auf die bloße Schulter oft schnell passieren.

Arbeiten mit dem Trennschleifer

Wer mit dem Trennschleifer arbeitet, sollte unbedingt Schutzkleidung und eine Schutzbrille tragen. Bei der Arbeit mit Metall sollte die Kleidung flammhemmend sein, da es hier zu Funkenflug kommt.

Arbeiten mit lauten Elektrowerkzeugen

Große Schleifmaschinen oder der Bohrhammer machen großen Lärm. Daher ist es für Arbeiten mit diesen Geräten erforderlich, einen Gehörschutz zu tragen. Viele unterschätzen die Auswirkungen des Lärms, vor allem wenn sie die Maschinen nur selten benutzen. Wer längere Zeit der Einwirkung von solchem Lärm ausgesetzt ist, muss mit irreversiblen Gehörschäden rechnen. Welche Ohrstöpsel geeignet sind und welche eher nicht, beschreibt die Apotheken-Umschau in einem weiterführenden Artikel.

Arbeiten mit Zement und Beton

Zement und Beton enthalten ätzende Stoffe, die unangenehme Hautreaktionen und Schleimhautirritationen auslösen. Deshalb ist es wichtig, Arbeitskleidung zu tragen, die den gesamten Körper bedeckt. Beim Anrühren ist ebenfalls ein Augenschutz erforderlich und ein Atemschutz empfehlenswert. So lassen sich Atemwege und Augen vor Spritzern und Staub effektiv schützen.

Bohren über Kopf

Für Bohrarbeiten über Kopf ist ein Augenschutz erforderlich. Selbst wer mit Absaugung arbeitet, schafft es nicht, dass alles restlos im Staubsauger verschwindet. Herabfallende Bruchstücke können dabei leicht ins Auge geraten. Ohne Absaugung sollte bei der Benutzung von Bohr- oder Fräsmaschinen immer ein Augenschutz zum Einsatz kommen.

Schleifarbeiten

Besonders viel Staub entsteht beim Schleifen, beispielsweise bei einer Altbausanierung. Dann ist ein Atemschutz wichtig. Schleifstaub setzt sich nämlich nicht nur in Mund, Nase und Rachen fest, sondern wandert bis in die Lunge und kann dort bleibende Schäden verursachen. Die Stiftung Warentest hat für Arbeiten wie Sägen und Schleifen einige wichtige Tipps zum Schutz der Atemwege zusammengestellt.

Bildnachweise: (11. Juni 2018)
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