Wieviel Außenbeleuchtung braucht das eigene Haus? (7. Dezember 2017)

Ein 7+3-Standard für den pfiffigen Hausherren

Die richtige Außenbeleuchtung eines Hauses vermittelt seinen Bewohnern, Besuchern und Passanten nicht nur eine einladende Atmosphäre, sie weist auch in der Dunkelheit den richtigen Weg. Eine effektive Beleuchtung schützt aber auch vor Einbrechern. Obwohl Einbrüche in Wohnhäuser überwiegend am Tag stattfinden, findet in Deutschland dennoch alle drei Minuten ein Einbruch statt. Schnell ist das eigene Haus mit einem geheimen Symbol gekennzeichnet, das Einbrecherbanden wertvolle Tipps über die Wohnsituation des zu bestehlenden Haushalts gibt. Gerade zum Beginn der dunklen Jahreszeit empfiehlt es sich also, das eigene Zuhause einmal mit den Augen eines potenziellen Einbrechers zu betrachten. Folgende Fragen hat sich der sorgsame Hausherr zu stellen:

Wo gibt es um mein Haus herum dunkle Ecken und Wege?

Wie sind Haus-, Neben- und Terrassentüren gesichert und beleuchtet?

Es gibt sieben Anforderungen, die an jede Außenbeleuchtung zu stellen sind. Ebenso werden drei praktische Lösungen vorgestellt.

Bild 1: Ein Einbruch aufgrund von mangelnder Beleuchtung ist fahrlässig
Quelle: pixabay.com © fbhk (CC0-Lizenz)

7 Anforderungen an die Außenbeleuchtung:
Abschreckung unerwünschter Personen: Der größte Alptraum eines Hausbesitzers ist wohl der plötzliche ungefragte Besuch eines Fremden – insbesondere, wenn es sich um einen Kriminellen handelt. Ein Einbruch kann das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit in den eigenen vier Wänden nachhaltig stören.

Kosten einsparen: Wirksamkeit hat ihren Preis. Wer eine effektive elektronische Außenbeleuchtung haben möchte, kann hierfür schon mal schwer in den Geldbeutel greifen müssen. Nicht immer zahlt der Hausherr den günstigsten, verfügbaren Strom-Tarif, weswegen sich ein Strompreisvergleich auf www.strompreisvergleich.net immer lohnt.

Haus in Szene setzen: Beleuchtung muss nicht nur zweckmäßig sein. Insbesondere für Räume im Parterre kann die Beleuchtung von angrenzenden Gartenflächen und einzelnen Pflanzen das Wohngefühl verbessern. In der Wahrnehmung lassen sich damit Räume nach außen erweitern. Wieso also nicht einfach mal den Tag verlängern und die Nacht mit einer herrlichen Lichtinszenierung zum Tag machen? Hierfür bieten sich exemplarisch der Garten und die Terrasse an.

Orientierungshilfe für Bewohner & Besucher: Neben der Verkehrssicherungspflicht, die einem Hauseigentümer anheimstellt, jedem Besucher ein gefahrloses Betreten des Grundstücks zu ermöglichen, ist es natürlich auch im Interesse aller Bewohner, dass die Außenbeleuchtung nicht defekt ist.

Schonung der Nachbarn & Passanten: Eine häufig unterschätzte Problematik ist, dass auch Fußgänger und Nachbarn von einer zu grellen Beleuchtung gestört werden können. Hier gilt es, bereits vor der Montage, die Strahlintensität der zu montierenden Leuchte zu überprüfen.

Tier-Immunität: Haustierbesitzer kennen diese Situation. Kaum ist in den eigenen vier Wänden ein wenig Ruhe eingetreten, meldet sich die Alarmanlage. Die treuen Vierbeiner haben unwissentlich schon den einen oder anderen Fehlalarm ausgelöst.

Umweltbewusstsein: Ein weiterer Grund, das häusliche Umfeld sparsam auszuleuchten, ist, dass vor allem in großen Siedlungsräumen die üblichen Lichtemissionen die natürliche Nachtlandschaft zerstören können. Dabei werden sowohl die Lebensräume nachtaktiver Tiere beeinträchtigt als auch Sternenspaziergänge so mancher Hobby-Astronomen vereitelt.

Bild 2: Mancherorts kann die Lichtverschmutzung beachtliche Ausmaße annehmen - Quelle: pixabay.com © MartinStr (CC0-Lizenz)

3 praktische Lösungen:
Clevere Steuerung: Der klassische Handschalter zur Außenleuchte gilt in vielen Fällen als unzureichend, wenngleich er sehr zuverlässig ist. Es gibt jedoch eine Reihe weiterer Kontrollmöglichkeiten der Außenbeleuchtung:

Bewegungsmelder

Tageslichtsensoren

Zeitschaltuhren

Neben Bewegungsmeldern ermöglichen Schaltuhren und Tageslichtsensoren die bedarfsabhängige Steuerung von Outdoor-Lampen. Durch verschmutzte Oberflächen kann jedoch die Sensibilität der Sensoren beeinträchtigt werden. Daher rät das Präventionsportal „Polizei - Dein Partner“ eher zu einer sanften Dauerbeleuchtung. Bei Bewegungsmeldern, die bei jeder Katze angehen, bestehe eine Gewöhnungsgefahr – auch für den potenziellen Einbrecher. Des Weiteren würden die meisten Bewegungsmelder nur auf eine sehr kurze Entfernung reagieren – also genau dann, wenn der Einbrecher schon recht nah am Gebäude ist.

Geniale Funktionalität:
Dämmerungssensoren: Der in der Regel nach oben gerichtete, für die Lichtverschmutzung besonders relevante, Anteil des Lichtes lässt sich gezielt durch technische Maßnahmen reduzieren. Lichtquellen sind abzuschirmen und Reflektoren nach unten zu richten. Geringe Beleuchtungsstärken und eng begrenzte Betriebsdauer reduzieren die Lichtverschmutzung ebenfalls. Warmweißes Licht verbreitet eine gemütliche Stimmung, während neutralweiß eher zweckmäßig wirkt.

Energiespar-, LED- und Solarlampen: Leuchtstofflampen, also Energiesparlampen und Neonröhren, erzeugen diffuses Licht mit weichen Effekten und brauchen daher auch weniger als die Hälfte an Strom im Vergleich zu Halogenlampen. Leuchtdioden (LED) bieten ebenso eine etwaig gleiche Strahlleistung auf wie Leuchtstofflampen. Solarleuchten hingegen haben ferner den Vorteil, dass sie unabhängig von der Stromversorgung sind und keine Kabel verlegt werden müssen. Billige Solarlampen reichen für die gängige Beleuchtung jedoch selten aus.

Selektive Alarmunterdrückung: Bewegungsmelder, die nicht zwischen Kleintieren und Menschen differenzieren können, sind Geschichte. Mittlerweile sind selektive Sensoren auf dem Markt.

Strategische Positionierung: Bei passenden Außenleuchten für den Vorgarten, die Terrasse oder den Garten gibt es eine Menge Auswahl an unterschiedlichen Farben, Formen und Stilen. Hier ein kurzer Überblick über gängige Gestaltungsmöglichkeiten. Es gibt:

Einbauleuchten,

Hausnummerleuchten,

Kugelleuchten,

Mastleuchten,

Pollerleuchten,

Teichbeleuchtung und

Wandleuchten.

Bild 3: Hier wurden die Beleuchtungsmöglichkeiten nicht vollends ausgeschöpft - Quelle: pixabay.com © KristopherK (CC0-Lizenz)

Um in der Nacht das eigene Sichtfeld auszuweiten, bieten sich nicht nur Bodeneinbau- und Pollerleuchten an. Auf privaten Grundstücken sind vor allem in den Erdboden eingelassene Lampen beliebt. Aufgrund des respektablen Installationsaufwandes sind diese Lichter jedoch vergleichsweise teuer. Seltener sind Mastleuchten, das Pendant zur Stehleuchte im Wohnzimmer, in den Gärten der Bundesrepublik zu finden. Zur Beleuchtung von Hauseingängen und Wegen entlang von Häusern stellen Wandleuchten eine günstige Lösung dar. In der Regel sind diese Teil einer Art „Schockbeleuchtung“, die durch Bewegungsmelder gesteuert ist und dadurch unerwünschte Besucher abgeschreckt werden.

Wer seine Außenbeleuchtung neu baut, täte sich gut daran, am besten gleich vor Baubeginn zunächst ein Gesamt-Konzept für die Belichtung des Außenbereichs zu erstellen. Zumindest Leerrohre im Boden können bereits versenkt werden. Auf diese Weise erspart sich der pfiffige Bauherr aufwendige Installationen im Nachhinein. Solche Leitungen müssen mindestens 60 Zentimeter tief verlegt werden, am besten mit einem darüber eingegrabenen Trassenwarnband mit spezieller Beschriftung. Eine effektive Beleuchtung reicht für einen optimalen Schutz vor Einbrecherbanden jedoch nicht aus. Dieser sollte noch um einbruchhemmende Fenster, Rollläden sowie Haus-, Balkon- und Terrassentüren ergänzt werden. Qualitativ hochwertige, einbruchhemmende Produkte sind zum Beispiel mit dem VdS-Siegel versehen. Fabian Mayer