F+B-Mietspiegel-Index 2016 gestiegen (2. Februar 2017)

Rasanter Anstieg der Mieten!

In Deutschland steigen die Mieten kontinuierlich weiter. 2016 sind die ortsüblichen Vergleichsmieten wie im Vorjahr um 1,8 Prozent gestiegen. Dies ist das Ergebnis des aktuellen F+B-Mietspiegelindex 2016, der einzigen Auswertung aller amtlichen Mietpreisübersichten in Deutschland, die F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH aus Hamburg seit 1996 regelmäßig erstellt.

Analysiert werden die Nettokaltmieten von Wohnungen mit einer Fläche von 65 Quadratmetern, mittlerer Ausstattung und Lage, in Gemeinden mit mindestens 20.000 Einwohnern und veröffentlichten Mietspiegeln. Für den F+B-Mietspiegelindex 2016 wurden die Niveaus der im Bestand derzeit gezahlten Mieten für insgesamt 345 Städte und Gemeinden ausgewertet.

„Die teuerste Großstadt ist nach wie vor München. Die Münchner zahlen durchschnittlich 11,18 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete für ihre Wohnungen und liegen damit um 71 Prozent über den 6,54 Euro pro Quadratmeter, die in den Mietspiegelstädten insgesamt im Schnitt gezahlt werden“, erläutert Dr. Bernd Leutner, Geschäftsführer von F+B.

Ebenfalls weit oben auf der Rangliste steht neben weiteren Städten im Münchner Umland der Metropolraum Stuttgart (Rang 2) mit seinen Umlandgemeinden. Es folgen auf Rang 9 Düsseldorf, Köln (11), Hamburg (15) und Frankfurt/Main (18). In Stuttgart liegen die Mieten mit 9,76 Euro pro Quadratmeter um 49 Prozent über dem aktuellen Bundesdurchschnitt, in Düsseldorf, Köln und Hamburg zwischen 8,26 und 8,07 Euro um 26 bis 23 Prozent darüber. In Frankfurt/Main müssen Mieter in bestehenden Mietverhältnissen durchschnittlich 7,94 Euro, also 21  Prozent mehr für den Quadratmeter Wohnfläche bezahlen

„Der F+B-Mietspiegelindex bildet damit auch die Wohnungsmarktsituation in den prosperierenden Wirtschaftsmetropolen Deutschlands ab. Ein attraktives Arbeitsplatzangebot zieht weitere Wohnungsnachfrager an, der Wohnungsmarkt wird enger und das insgesamt steigende Mietniveau wirkt sich sukzessive auch im Bestand aufgrund von Mieterhöhungen im Rahmen bestehender Verträge und höhere Neuvermietungsmieten aus“, sagt Dr. Leutner.

Wenn auch auf insgesamt niedrigerem Mietenniveau ist dieser Effekt ebenfalls bei ostdeutschen Großstädten feststellbar. Jena, Rostock und Erfurt liegen auf den Indexrangplätzen 80 bis 99 mit einer Durchschnittsmiete bei von 6,40 bis 6,20 Euro pro Quadratmeter auf dem Niveau des Durchschnitts aller Mietspiegelstädte. So zahlt man zum Beispiel in Potsdam im Schnitt 6,07 Euro pro Quadratmeter und erreicht damit das Berliner Niveau. In Schwerin und Dresden liegt die Durchschnittsmiete bei 5,72 bzw. 5,64 Euro für den Quadratmeter.

Berlin noch relativ günstig: In den westlichen Stadtteilen Berlins kosten Bestandswohnungen momentan im Schnitt 6,46, in den östlichen 5,85 Euro pro Quadratmeter. Gerade in Berlin existiert aufgrund seiner Größe und seines ausdifferenzierten Wohnungsmarktes eine enorme Spannbreite, die der bloße Mittelwert naturgemäß nicht wiedergibt“, erklärt Dr. Leutner.

   

„Deutschlandweit zeigt sich wieder das bekannte Muster: Je neuer eine Wohnung, desto höher ihre Miete von rd. 6,15 Euro im Altbau bis zu 8,03 Euro pro Quadratmeter im aktuellen Neubau“, kommentiert Dr. Leutner. Allerdings holen die sanierten und umfassend modernisierten Altbauwohnungen in den Neuen Ländern überdurchschnittlich auf. Im Westen ziehen dagegen insbesondere die Mieten in den Baualtersklassen der 1970er und 1980er Jahre an. Quelle: F+B, Hamburg