2015: Neue Gesetze und Bauvorschriften für Hausbesitzer (6. Januar 2015)

Zwangsdämmung der oberen Geschossdecke!

Der Staat greift immer stärker in das private Leben und sogar private Eigentum seiner Bürger ein. Halbherzige Gesetze, oftmals getrieben von den unterschiedlichsten Lobbygruppen, erschweren das Leben zunehmend. Ein durchdachtes Konzept ist wie immer nicht zu erkennen! Die EnEV 2014, die seit 1. Mai 2014 in Kraft ist, postuliert unter anderem, dass die oberste Geschossdecke, also der Bereich zwischen beheizten Räumen und unbeheizten Dachböden, zusätzlich bis Ende 2015 gedämmt werden muss. Natürlich gibt es wie immer Ausnahmen, damit keiner überfordert wird. In der Energie-Einspar-Verordnung 2014 liest sich das folgendermaßen:

EnEV 2014 § 10 Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden
(3) Eigentümer von Wohngebäuden sowie von Nichtwohngebäuden, die nach ihrer Zweckbestimmung jährlich mindestens vier Monate und auf Innentemperaturen von mindestens 19 Grad Celsius beheizt werden, müssen dafür sorgen, dass zugängliche Decken beheizter Räume zum unbeheizten Dachraum (oberste Geschossdecken), die nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 erfüllen, nach dem 31. Dezember 2015 so gedämmt sind, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der obersten Geschossdecke 0,24 Watt/(m²K) nicht überschreitet. Die Pflicht nach Satz 1 gilt als erfüllt, wenn anstelle der obersten Geschossdecke das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt ist oder den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 genügt. Bei Maßnahmen zur Dämmung nach den Sätzen 1 und 2 in Deckenzwischenräumen oder Sparrenzwischenräumen ist Anlage 3 Nummer 4 Satz 4 und 6 entsprechend anzuwenden. (Quelle: EnEV 2014)

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- WLG – Wärmeleitfähigkeitsgruppe

Dämmpflicht bei Veräußerung
Gedämmt werden muss die oberste Geschossdecke über beheizten Räumen oder wahlweise das Dach selbst. Ausgenommen: Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die in ihrer Immobilie mindestens seit 1. Februar 2002 selbst wohnen.

Wer als Folge dessen ein Haus neu kauft, muss diese Regelung beachten und mit einer Sanierung rechnen. Der neue Eigentümer hat aber zwei Jahre Zeit, die Dämmung auszuführen. Die Dämmpflicht gilt für alle zugänglichen obersten Geschossdecken – unabhängig davon, ob sie begehbar sind oder nicht. Bei Verstoß: Bußgeld in Höhe von: 50 000 Euro.

Bei nachträglicher Dämmung der Geschossdecke ist ein U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) von 0,24 W/(m²K) zu erreichen (alt: 0,30 W/(m²K). Die dazu notwendige Dämmstoffdicke hängt vom Aufbau der vorhandenen Decke und vom verwendeten Dämmmaterial ab. Schätzungen zufolge liegt die notwendige Dämmstoffdicke bei Holzbalkendecken bei etwa 120 bis 140 mm und bei Massivdecken bei etwa 150 mm. Entsprechend der Normung ist ein Dämmstoff ein Baustoff, der den Wärmedurchgang verringert und der seine Dämmwirkung aus seiner chemischen Natur und/oder seiner physikalischen Struktur bezieht. Der Mindestwärmeschutz soll sicherstellen, dass Tauwasser und Schimmelpilz vermieden werden (Definition: 3.1.2 DIN 4108-2), er fordert aber keine Dämmung zum energiesparenden Wärmeschutz ein.

Heizungsrohre dämmen
Eigentümer von Gebäuden müssen dafür sorgen, dass bei heizungstechnischen Anlagen bisher noch ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen, die sich nicht in beheizten Räumen befinden, zur Verringerung der Wärmeverluste gedämmt sind. Bei Verstoß: Bußgeld in Höhe von: 50 000 Euro.

30 Jahre alte Heizkessel austauschen
Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 1. Januar 1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind, dürfen ab 2015 in Gebäuden nicht mehr betrieben werden. Ausgenommen: Niedertemperaturheizkessel und Brennwertkessel mit höherem Wirkungsgrad. Eigentümer, die schon seit Februar 2002 in ihrem Ein- oder Zweifamilienhaus leben, dürfen auch mit älteren Kesseln weiter heizen. Außerdem gilt sie Austauschpflicht nur für Konstanttemperaturkessel. Bei Verstoß: Bußgeld in Höhe von: 50 000 Euro.

20 Jahre alte Kamine auswechseln
Heizungen, die mit festen Brennstoffen, wie Kohle oder Holz betrieben werden und vor dem 1. Januar 1995 errichtet worden sind, müssen zum 1. Januar 2015 außer Betrieb genommen werden, wenn sie die gültigen Grenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid nicht einhalten. Bei Verstoß: Bußgeld in Höhe von: 50 000 Euro.

Veranlagung für Schornsteinfeger neu geregelt
Der Schornstein muss regelmäßig gereinigt werden. Ab dem Veranlagungszeitraum 2014 wird der Steuerbonus nur noch für Kehr-, Reparatur- und Wartungsarbeiten gewährt. Mess- und Überprüfungsarbeiten sowie Feuerstättenschauen durch den Schornsteinfeger sind nicht mehr begünstigt. Aus der Rechnung muss hervorgehen, welcher Betrag auf die steuerbegünstigten Kehr-, Reparatur und Wartungsarbeiten entfällt.

Energiekennwert bei Immobilienanzeigen
Ab 1. Mai 2015 werden in Verkaufsanzeigen bestimmte Angaben zur Energieeffizienz Pflicht. Neben dem Baujahr und der Befeuerungsart muss auch die Art des Energieausweises und der spezifische Kennwert genannt werden. Bei Energieausweisen, die nach dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurden, muss die Effizienzklasse gekennzeichnet sein. Wird das Haus verkauft, muss der neue Eigentümer nachrüsten! Ob und wie der Dachboden genutzt wird, spielt bei der Dämmpflicht keine Rolle, entscheidend ist lediglich, dass er zugänglich ist.

Fazit: Viel Aufwand für mit Vorsicht zu genießenden Auflagen, die obendrein von Ausnahmen nur so strotzen. Wer sein Haus wertschätzt, für den sollten diese Anforderungen eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein! Die partielle Dämmpflicht bringt hingegen so gut wie keine Energieersparnis. Sie nutzt lediglich der Dämmstoffindustrie! Darüber hinaus erhöht sich die Brandgefahr einzelner Gebäudeteile und die energieaufwändig produzierten Dämmstoffe gehören in die Kategorie des Sondermülls. Bei unsachgemäßer Dämmstoffverlegung erhöht sich zudem die Gefahr der Ausbildung von Wärmebrücken, die zu Feuchteschäden führen können! umo

126. Bauministerkonferenz – 13./14.. November 2014

Wärmedämmung: Fahrlässige Ignoranz der Brand- und toxischen Gefahren

Die Bauministerkonferenz hat sich u.a. mit dem Thema Wärme-Dämm-Verbund-Systeme (WDVS) mit Polystyroldämmstoffen beschäftigt und weitere Untersuchungen einschließlich einer Versuchsreihe für die Fälle beauftragt, bei denen sich der Brandherd außerhalb des Gebäudes befindet.

Obwohl offizielle Tests die Brandgefahr des meist verbauten Dämmstoffs Polystyrol zeigen, soll zusätzlicher Brandschutz nur bei Neubauten verpflichtend werden. Das ist das Ergebnis der 126. Bauministerkonferenz in Chemnitz. Millionen bereits nachträglich gedämmter Gebäude bleiben außen vor!

Polystyrol wird überwiegend als Dämmstoff von Häusern verwendet, weil er so billig ist! Allerdings wird der Baustoff aus Erdöl gewonnen, so dass er entflamm- und brennbar ist.. Offiziell soll Polystyrol schwer entflammbar (DIN 4102-1 und Baustoff-Klassifizierung nach der neuen DIN EN 13501-1 und Feuerwiderstandsdauer nach DIN/EN 135501-2 ) sein. In einem Versuch der Materialprüfanstalt Braunschweig brennt der Stoff jedoch schon nach acht Minuten lichterloh!

Experten bestätigen Brandgefahr
Eine von den Bauministern eingesetzte Expertenkommission bestätigt, dass die Wärmedämmung im Ernstfall so schnell entflammt, dass der Feuerwehr nicht genügend Zeit bleibt, um das Feuer zu löschen. Das war das Ergebnis eines offiziellen Brandversuchs, welcher ein Feuer simulierte, das von außen auf die Fassade einwirkt, etwa durch den Brand eines Müllcontainers oder eines Motorrades.

Zur Erinnerung: Im Mai 2012 brannte es mitten in Frankfurt am Main ausgefallen heftig. Innerhalb von fünf Minuten stand eine über 20 Meter hohe, frisch gedämmte Gebäudefassade im Vollbrand. Alle Fenster platzten, eine Rauchwolke zog über die Stadt. Nach dem Großbrand forderte der Frankfurter Feuerwehrchef Reinhard Ries in Panorama (ARD), "dass dieser Dämmstoff sofort überprüft werden muss". Ries initiierte eine Erfassung von Fassadenbränden unter Beteiligung von Polystyrol. Die unvollständige Liste umfasst bis heute etwa 60 Brände.

Extrem schnelles Abbrandverhalten
Die Ergebnisse der Expertengruppe entsprechen nicht den bisherigen Zulassungsversuchen. Im Abschlussbericht ist die Rede von einem "rasanten Abbrandverhalten" der Polystyrol gedämmten Fassade "verbunden mit massiver Flammen- und Rauchentwicklung". 15 Minuten nach Entzünden der Brandquelle in Gestalt einer Holzkrippe habe sich das Feuer im Test zu einem Vollbrand entwickelt.

Die Brandexperten haben zusätzliche Brandschutzmaßnahmen getestet: In weiteren Versuchen bewährten sich zwei zusätzliche Brandriegel aus nicht brennbarem Material in einer Höhe von 0,6 und 3 Metern. Diese sollen jedoch nur bei Neubauten und Sanierungen verbindlich eingeführt werden. Und zwar nur bei jenen, bei denen "schwer entflammbare" Dämmstoffe gefordert werden. Also bei Gebäuden, die höher als sieben Meter sind. Einfamilienhäuser können weiterhin mit brennbarem Material gedämmt werden, ohne dass Brandriegel eingebaut werden müssen.

Im Buchkapitel „Ökologische Qualität“ des Springer-Fachbuchs „Wohngebäudeerneuerung“ heißt es u.a.: „Polystyrol, das sich zum Beispiel in den Dämmstoffen EPS (Expandiertes Polystyrol) und XPS (Extrudiertes Polystyrol) befindet, zersetzt sich ab einer Temperatur von 110 bis 210 Grad Celsius vor allem in Styrol, aber auch in geringen Mengen in Ethylbenzol, Toluol und Xylol. Styrol ist ein starkes Nervengift mit Verdacht auf krebserregende und erbgutschädigende Wirkung und wird als gesundheitsschädlich eingestuft.“

Vorsicht bei der Verlegung
Die Dämmplatten sind dicht zu stoßen. Klebstoff im Stoß muss strikt vermieden werden, da er eine deutlich schlechtere Dämmwirkung als der Dämmstoff selbst besitzt und sich deshalb später infolge Kondensations- und damit einhergehender Verschmutzungseffekte im Außenputz markieren würde. Mittlerweile ein typisches Erscheinungsbild in unseren Städten!

Fazit: Unsere Nachkommen werden die von uns begangenen Verbrechen an unseren Gebäuden nur schwer verzeihen können, weil sie die nachträglichen Dämmmaßnahmen wieder mühevoll beseitigen müssen. Sie müssen auch eine Entsorgungslösung finden, die es bisher nicht gibt. Jeder Brand eines Gebäudes, ist einer zu viel. Leider muss immer erst das Schlimmste eintreten, vielleicht müssen ja sogar Todesopfer beklagt werden, bis sich Politiker, die ja eigentlich Schaden vom Volk abwenden sollen, bewegen und Gefahrenherde zu mindestens gesetzlich erschweren! Beachte: Dämmstoffe brennen übrigens nicht nur von äußeren Brandquellen! umo