Energieausweise (30. April 2014)

Nur noch mit Registriernummer gültig!

Am 1. Mai 2014 tritt die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Ab diesem Tag müssen gemäß § 26 der EnEV für alle Energieausweise und Inspektionsberichte für Klimaanlagen Registriernummern beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt), Berlin, beantragt werden. Der Aussteller muss die zugeteilte Registriernummer auf dem Ausweis bzw. Bericht notieren.

Über einen eigens eingerichteten Account (Zugang) können Interessenten ab dem 1. Mai 2014 die Registriernummern beantragen. Das Anlegen des Accounts ist gebührenfrei. Die Gebühr für eine Registriernummer liegt zwischen 1 und 10 Euro und kann über ein elektronisches Zahlungssystem entrichtet werden.

Registrierung und stichprobenartige Kontrollen
Durch die Registrierung und stichprobenartige Kontrollen von Energieausweisen und Inspektionsberichten wird mit der EnEV 2013 die Gebäuderichtlinie (2010/31/EU) umgesetzt. Ziel ist es, die Qualität der Energieausweise und der Inspektionsberichte für Klimaanlagen zu verbessern. Deshalb hat die EU die Mitgliedstaaten verpflichtet, eine zentrale Registrierstelle einzurichten. Die stichprobenartigen Kontrollen erfolgen bei den Energieausweisen durch ein dreistufiges Kontrollsystem.

Kontrolle in drei Stufen
Die Kontrolle von Energieausweisen der Stufe 1 erfolgt elektronisch über eine Validitätsprüfung der Eingabedaten durch das DIBt. Für den zu überprüfenden Energieausweis sind die Daten vom Aussteller in einer bestimmten XML-Datei (XML (Extensible Markup Language – übersetzt: Erweiterbare Auszeichnungssprache) elektronisch an das DIBt zu übermitteln.

Für die Kontrollen der Stufen zwei und drei sind die Bundesländer zuständig. Die Stufe 2 sieht die Prüfung der Eingabe-Gebäudedaten und Überprüfung der im Energieausweis angegebenen Ergebnisse einschließlich der abgegebenen Modernisierungsempfehlungen vor. Die Stufe 3 sieht die vollständige Prüfung von Daten, Berechnungen und Modernisierungsempfehlungen vor. In der Stufe 3 kann auch – die Zustimmung des Eigentümers erfolgen, vorausgesetzt es findet eine Vor-Ort-Kontrolle des Gebäudes statt.

Registrierung mit Pflichtangaben
Für die Registrierung von Energieausweisen sind Angaben zur Ausweisart, des Gebäudetyps, des Bundeslandes und der Postleitzahl am Gebäudestandort sowie das Ausstellungsdatum notwendig. Die Registriernummer für einen Inspektionsbericht erhält man über die Angaben von Bundesland und Postleitzahl, Nennleistung der Klimaanlage und Ausstellungsdatum.

Wesentliche Neuerungen der novellierten EnEV

1. Vorgaben für das Bauen
Angemessene und wirtschaftlich vertretbare Anhebungen der energetischen Anforderungen an Neubauten ab dem 1. Januar 2016 um durchschnittlich 25 Prozent des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs und um durchschnittlich 20 Prozent bei der Wärmedämmung der Gebäudehülle.

Bei der Sanierung bestehender Gebäude ist keine Verschärfung vorgesehen. Die Anforderungen bei der Modernisierung der Außenbauteile sind hier bereits sehr anspruchsvoll. Das hier zu erwartende Energieeinsparpotenzial wäre bei einer zusätzlichen Verschärfung im Vergleich zur EnEV 2009 nur gering.

Die Pflicht zum Austausch alter Heizkessel (Jahrgänge älter als 1985 bzw. älter als 30 Jahre) wurde erweitert. Bisher galt diese Regelung für Kessel, die vor 1978 eingebaut wurden. Nicht betroffen sind Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel, die einen besonders hohen Wirkungsgrad haben.

Erfasst werden demnach nur so genannte Konstanttemperaturheizkessel. Der Anwendungsbereich der Pflicht ist also begrenzt. In der Praxis werden die Kessel ohnehin im Durchschnitt nach 24 Jahren ausgetauscht. Außerdem sind viele selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser von der Pflicht ausgenommen. Hier gilt die bereits seit der EnEV 2002 bestehende Regelung fort, nach der Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die am 1. Februar 2002 in diesen Häusern mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben, von der Austauschpflicht ausgenommen sind. Im Falle eines Eigentümerwechsels ist die Pflicht vom neuen Eigentümer innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen.

2. Vorgaben für Energieausweise
Einführung der Pflicht zur Angabe energetischer Kennwerte in Immobilienanzeigen bei Verkauf und Vermietung: Auf Wunsch des Bundesrates ist Teil dieser Pflicht nun auch die Angabe der Energieeffizienzklasse. Diese umfasst die Klassen A+ bis H. Die Regelung betrifft allerdings nur neue Energieausweise für Wohngebäude, die nach dem Inkrafttreten der Neuregelung ausgestellt werden. Das heißt: Liegt für das zum Verkauf oder zur Vermietung anstehende Wohngebäude ein gültiger Energieausweis nach bisherigem Recht, also ohne Angabe einer Energieeffizienzklasse, vor, besteht keine Pflicht zur Angabe einer Klasse in der Immobilienanzeige. Auf diese Weise können sich die Energieeffizienzklassen nach und nach am Markt etablieren.

Präzisierung der bestehenden Pflicht zur Vorlage des Energieausweises gegenüber potenziellen Käufern und Mietern: Bisher war vorgeschrieben, dass Energieausweise „zugänglich“ gemacht werden müssen. Nun wird präzisierend festgelegt, dass dies zum Zeitpunkt der Besichtigung des Kauf- bzw. Mietobjekts geschehen muss. Darüber hinaus muss der Energieausweis nun auch an den Käufer oder neuen Mieter ausgehändigt werden (Kopie oder Original).

Einführung der Pflicht zum Aushang von Energieausweisen in bestimmten Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr, der nicht auf einer behördlichen Nutzung beruht, wenn bereits ein Energieausweis vorliegt. Davon betroffen sind z.B.: größere Läden, Hotels, Kaufhäuser, Restaurants oder Banken.

3. EnEV-Kontrollen durch Bundesländer
Einführung unabhängiger Stichprobenkontrollen durch die Bundesländer für Energieausweise und Berichte über die Inspektion von Klimaanlagen (gemäß EU-Vorgabe). Quelle: BMVBS