Leerstand-Index von empirica (16. Mai 2013)

Reichlich leer stehende Wohnungen

Rund 720 000 Geschosswohnungen standen laut empirica Ende 2011 leer in Deutschland. Ein neuer Index listet jetzt auf, wo es bundesweit den größten Leerstand an Mietwohnungen gibt. Wer beispielsweise eine Wohnung in Salzgitter oder Chemnitz sucht – dort gibt es mit 11,7 und 10,4 Prozent anteilig am jeweiligen Wohnungsmarkt die meisten leer stehenden Quartiere – hat die besten Karten. Nerven aufreibend sieht es hingegen in München und Hamburg mit 0,7 bzw. 0,6 Prozent aus. Das drückt das aktuelle Ergebnis einer Untersuchung des Berliner Beratungsunternehmens empirica und dem Immobilien-Dienstleister CBRE Deutschland aus. Die Zahlen beziehen sich auf Ende 2011.

Wo gibt es den höchsten Wohnungs-Leerstand?
1. Salzgitter (11,7 %)
2. Chemnitz (10,4 %)
3. Schwerin (9,9 %)
4. Halle (Saale) (9,8 %)
5. Leipzig (9,5 %)
6. Pirmasens (8,4 %)
7. Eisenach (8 %)
8. Frankfurt (Oder) (8 %)
9. Bremerhaven (6,9 %)
10. Gera (6,7 %)
Zahlen bezogen auf den Anteil der leer stehenden Geschosswohnungen am jeweiligen Wohnungsmarkt (Stand: Ende 2011) (Quelle: Leerstand-Index, empirica)

Wo gibt es den niedrigsten Wohnungs-Leerstand?
1. München (0,6 %)
2. Hamburg (0,7 %)
3. Ingolstadt (0,8 %)
4. Frankfurt am Main (1 %)
5. Kempten (Allgäu) (1,1 %)
6. Nürnberg (1,1 %)
7. Erlangen (1,1 %)
8. Oldenburg (1,1 %)
9. Darmstadt (1,1 %)
10. Karlsruhe (1,2 %)
Zahlen bezogen auf den Anteil der leer stehenden Geschosswohnungen am jeweiligen Wohnungsmarkt (Stand: Ende 2011) (Quelle: Leerstand-Index, empirica)

Der Index besagt auch, in welchen Städten es zwischen 2009 und 2011 große Verschiebungen beim Wohnungsleerstand gab. Ergebnis bei den Zuwächsen: An der Spitze liegen Neustadt an der Weinstraße, Worms und Bremerhaven. Im Gegensatz dazu die drei Städte mit dem größten Rückgang: Emden, Magdeburg und Frankfurt (Oder).

Auf ganz Deutschland bezogen ist der Leerstand den Angaben zufolge seit fünf Jahren rückläufig. Er lag Ende 2011 bei 3,4 Prozent – das entspreche rund 720 000 leer stehenden Wohnungen. Das sind aber auch rund 52 000 Wohnungen weniger als noch 2009. Den aktuellen Leerstand schätzen die Experten der Studie auf zwischen 3,2 und 3,3 Prozent.

Darüber hinaus gibt es den Angaben zufolge ein Ost-West-Gefälle: In Ostdeutschland (ohne Berlin) habe der Anteil der leer stehenden Geschosswohnungen Ende 2011 bei 6,5 Prozent gelegen und damit deutlich höher als in Westdeutschland mit 2,7 Prozent.

Experten fordern mehr Neubau
Einer der Leiter der Index-Studie und Vorstandsmitglied von empirica, Reiner Braun, fordert indes einen stärkeren Wohnungsneubau in Deutschland. Die Leerstände hätten in den vergangenen zwei Jahren rund ein Drittel der Wohnungsnachfrage abdecken können. "Ohne die Leerstände wären Mietpreissteigerungen größer ausgefallen", betonte Braun am 14. Mai 2013 bei der Vorstellung des Index in Berlin. Weil diese rückläufig wären, würde der Neubau umso dringender benötigt. Zwar gebe es noch keinen Wohnungsnotstand, aber insbesondere in München oder Hamburg gebe es wachsende Engpässe. (Quelle: empirica)

Leerstand in Mehrfamilienhäusern 2011 - PDF 2 DS/184 KB

Lesen Sie bitte auch: Differenzierter Leerstand (9. Januar 2010)