Buchtipp (6. Juli 2012)

Bauwerksdiagnostik bei Feuchteschäden
Technik, Geräte, Praxis

Die moderne Bauwerksdiagnostik kommt heute nicht mehr ohne technische Hilfsmittel aus. Wobei den zerstörungsfreien Prüfverfahren die größte Bedeutung zufällt. Ihre Anwender, z.B. Sachverständige, Baufachleute und Messtechniker, profitieren dabei von der großen Anzahl an innovativen Messgeräten. Nichtsdestotrotz gilt, den Sachverstand können die nützlichen Assistenten nicht ersetzen. Jede ordentliche Messung bedarf der fachlichen Interpretation, die zur baulichen Lösung der Befunde dienen soll. Das reine Messergebnis wird sodann verfälscht, wenn es nicht korrekt gedeutet wird. Feuchteschäden haben immer eine Ursache, die die fundierte Bauwerksdiagnostik aufspüren sollte, so dass diese anschließend erfolgreich bekämpft werden kann.

Feuchteschäden gehören nachweislich zu den typischsten Bauschäden, weil sie einfach am häufigsten auftreten. Das soeben erschienene Fachwerk: „Bauwerksdiagnostik bei Feuchteschäden“ von Gunter Hankammer und Michael Resch - hilft bei der Auswahl des optimalen Diagnoseverfahrens sowie beim methodengerechten Umgang mit den verfügbaren Messgeräten. Der interessierte Beobachter bekommt obendrein unentbehrliches Fachwissen an die Hand, so dass er Mess- und Bewertungsfehler vermeiden kann. Ein Blick in das Werk soll die aufgestellte These begründen.

   

Die Diagnose, bestens bekannt aus der Heilkunde, ist längst zum Bestandteil der Bauwerksuntersuchung geworden. Wie der Mensch durch Anamnese, Befund und Beurteilung diagnostiziert und geheilt werden kann, so kann auch ein Bauwerk durchleuchtet werden. Diese in der Einleitung beschriebene Systematik spielt somit auch in der Gebäudetechnik eine unschätzbare Rolle. In Kapitel 2 werden dazu die unabdingbaren Voraussetzungen, sprich die bauphysikalischen Grundlagen, durchaus nachvollziehbar vermittelt. Schon von jedermann gehörte Begriffe und Kennwerte werden eindeutig beschrieben und in eine Synthese gebracht. Von der Luftfeuchte über den Wärmedurchgang bis hin zu den Wärmebrücken, um nur einige zu nennen, findet der Laie alles, was der Experte wissen sollte.

Im Hauptteil des Handbuches, Kapitel 3, befassen sich die Autoren auf fast 80 Druckseiten mit den wesentlichsten Diagnoseverfahren und Messgeräten. In alphabetischer Reihenfolge, unabhängig vom jeweiligen Hersteller, werden die Untersuchungstechnologien eingehend beleuchtet. Insgesamt werden 28 Verfahren mit den dazugehörigen Messeinrichtungen vorgestellt. Angefangen von der Funktionsweise über den physikalischen Hintergrund und Normen werden die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren und Messgeräte erläutert. Praxistipps aus dem Berufsalltag des Bauwerksdiagnostikers verleihen der reich bebilderten Vorstellung den nachvollziehbaren Umgang am konkreten Objekt, so dass je nach Untersuchungsgebiet das geeignete Diagnoseverfahren ausgewählt werden kann.

Jede noch so gute Messung erfüllt ihren Zweck nicht, wenn sie nicht akribisch dokumentiert ist. Das Messprotokoll ist daher genauso wichtig, wie beispielsweise ein Abnahmeprotokoll für eine Bauleistung. Kapitel 4 befasst sich kurz und präzise mit dieser unumgänglichen Vorgehensweise. Was nicht schriftlich fixiert wird, kann auch nicht Gegenstand einer eventuellen rechtlichen Auseinandersetzung sein, was spätestens in zur Sprache kommt. Zuvor werden jedoch noch Aussagen zum bauteil- und baustoffbezogenen Einsatz angestellt sowie die latente Gefahr von Schäden durch Messfehler (Kapitel 6) aufgezeigt.

Die rechtlichen Grundlagen (Kapitel 7) befassen sich mit den unentbehrlichen Fragen im Zusammenhang mit einer Bauwerksdiagnostik: Auftrag, Schadenersatz, Abnahme und Vertragsart sowie die Honorarvereinbarung. Diese Gesichtspunkte sollten sowohl vom Auftraggeber als auch vom Auftragnehmer sehr ernst genommen werden. Bevor das Buch zum Ende kommt, findet der interessierte Beobachter noch eine ausführliche Marktübersicht zu Feuchtemessgeräten im Anhang der Publikation.

Fazit: Im diffizilen Umgang mit Feuchtschäden bietet das gelungene Handbuch eine reichhaltige Palette der am Markt vorhandenen Diagnoseverfahren und Messgeräte. Für jeden Sachverständigen, der sich mit dieser Materie ernsthaft befasst, ein Muss an Informationen. Praxisnah und mit dem erforderlichen Sachverstand, Feuchteschäden stellen eine latente Gefahr für unsere Bauwerke dar, zeigen die Autoren, mit welchen modernen Technologien der Kampf gegen die Feuchtigkeit systematisch aufgenommen werden kann. Dipl.-Ing. (FH) Uwe Morchutt

Bibliografische Daten:
Bauwerksdiagnostik bei Feuchteschäden
Technik, Geräte, Praxis
Von Gunter Hankammer und Michael Resch.
2012. 17 x 24 cm. Kartoniert. 161 Seiten mit 125 Abbildungen und 21 Tabellen.
39 Euro
ISBN Buch: 978-3-481-02721-6
ISBN E-Book (PDF): 978-3-481-02889-3
ISBN E-Book (EPUB): 978-3-481-03004-9
Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG
50933 Köln, 2010
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