Zwangsversteigerungen 2011 (26. April 2012)

Weniger Termine, hohes Niveau

Im Jahr 2011 fanden ca. 9 100 weniger Zwangsversteigerungstermine (-11,20 Prozent) bei den deutschen Amtsgerichten statt. Die Anzahl von 73 000 anberaumten Terminen dokumentiert weiterhin ein hohes Niveau. Die hohe Nachfrage nach Immobilien aufgrund der Finanzmarktkrise erlaubt so manchem Eigentümer, im freihändigen Verkauf die Zwangsversteigerung abzuwehren.

Verkehrswerte sinken stärker
Bedeutsam ist der Rückgang der Summe der amtlich festgesetzten Verkehrswerte. Diese werden für das Jahr 2011 mit 11,60 Mrd. € beziffert und verzeichnen gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Rückgang von 2,00 Mrd. € bzw. 14,90 Prozent.

Minus in allen Bundesländern
In allen Bundesländern sind abnehmende Zwangsversteigerungstermine zu verzeichnen. Überdurchschnittliche Abnahmen sind in Berlin, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern zu finden. Signifikant ist der Rückgang der Summe der amtlich festgesetzten Verkehrswerte. Diese werden für das Jahr 2011 mit 11,60 Mrd. € beziffert und verzeichnen gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Rückgang von 2,00 Mrd. € bzw. 14,90 Prozent.

Osten nähert sich dem Westen an
Die neuen Länder sind nach den absoluten Zahlen nicht mehr die Spitzenreiter bei Zwangsversteigerungen. Der rückläufige Trend setzt sich fort. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergibt sich ein Minus von 13,10 Prozent. In den alten Ländern ergibt sich ein Minus von 10,30 Prozent. Bemerkenswert ist die Entwicklung in Sachsen mit minus 14,10 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern mit minus 19,80 Prozent. Dieser Rückgang ist jedoch nur relativ zu sehen. Betrachtet man die Anzahl der Termine pro 100 000 Haushalte, so ist die Zahl der anberaumten Zwangsversteigerungstermine zum Beispiel in Sachsen trotz eines Rückgangs von 14,10 Prozent noch immer ca. vier Mal so hoch wie in Bayern.

Verkehrswerte sinkend
Die Summe der amtlich festgesetzten Verkehrswerte aller Immobilien, die im Jahr 2011 bundesweit zur Zwangsversteigerung anstanden, ist um 15,00 Prozent auf 11,60 Mrd. € zurückgegangen. Ausnahmen bilden hier die zwei Bundesländer Bremen und Saarland. In Bremen stieg die Summe der Verkehrswerte geringfügig um 0,20 Prozent, im Saarland um 3,50 Prozent. Die Verkehrswerte, die in den neuen Bundesländern angesetzt werden, liegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Auf Bundesebene sind die Verkehrswerte um 4,50 Prozent gefallen. Der Einstieg ist günstig. Während überall die Preise fallen, steigen diese nur noch in den Stadtstaaten Bremen und Berlin.

   

Ein- und Zweifamilienhäuser an der Spitze
Ein Blick auf die Versteigerungsobjekte verrät, dass der Markt sich je zu einem Drittel in Eigentumswohnungen, Ein- und Zweifamilienhäuser sowie in Gewerbegrundstücke, Wohn- u. Geschäftshäuser mit Grundstücken aufteilt. Während der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,70 Prozent anstieg, gingen sowohl die Eigentumswohnungen als auch Gewerbeobjekte im ersten Halbjahr 2011 um 0,50 und 0,40 Prozent zurück. Quelle: Argetra

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