Selbstgenutztes Wohneigentum (20. Dezember 2011)

Nachfrage wächst!

Die Finanzmarktkrise belebt das selbstgenutzte Wohneigentum in Deutschland, weil das Vertrauen in den Euro sinkt. Auf diese Entwicklung wies kürzlich das ifs Städtebauinstitut, Berlin, hin. Die Wohneigentumsquote liegt in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit rund 43 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt in der Europäischen Union von rund 62 Prozent zwar noch relativ niedrig. Dennoch steigt dieser Wert beharrlich an, in den alten Bundesländern von 36 Prozent in 1968 auf derzeit rund 45 Prozent.

Die regionale Verteilung des Wohneigentums ist in Deutschland sehr unterschiedlich: Sie ist in Berlin mit rund 13 Prozent am niedrigsten und im Saarland mit rund 57 Prozent am höchsten. Baden-Württemberg als Land der Häuslebauer folgt erst auf Platz 5, nach Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Die zunehmende Bedeutung des selbstgenutzten Wohneigentums wird besonders bei den Fertigstellungszahlen und Baugenehmigungen für neue Wohnungen deutlich. So entfielen von den 2010 neu genehmigten rund 165 000 Wohnungen 79 000 auf Einfamilienhäuser, 16 000 auf Zweifamilienhäuser und 35.000 auf Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern – also insgesamt rund 129 000 Wohneinheiten oder 78 Prozent auf selbstgenutztes Wohneigentum.

Momentan gibt es in Deutschland etwa 14,5 Millionen meist selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser mit rund 18 Millionen Wohnungen. Dem stehen etwa 3 Millionen Mehrfamilienhäuser mit 21 Millionen Wohnungen gegenüber, von denen knapp 20 Prozent Wohneigentümergemeinschaften gehören. 68 Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser sind frei stehende Gebäude, bei 16 Prozent handelt es sich um Doppelhaushälften und bei etwa 15 Prozent um Reihenhäuser. 65 Mrd. Euro oder fast 60 Prozent der Bestandsinvestitionen entfielen 2010 nach Auskunft des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung auf selbst nutzende Eigentümer.

Gigantische Verschuldung privater Bauherren: Nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hatten 2009 alle Wohnungsbaukredite in Deutschland ein Volumen von 11 Billionen Euro. Ein Blick auf die Wohnfläche verrät, dass diese in Einfamilienhäusern (121 m²) deutlich gegenüber Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (67 m²) liegt. umo

Quellen: ifs, Berlin, Verband der Privaten Bausparkassen