Lebensversicherung (16. Dezember 2011)

Auslaufmodell?

Eine kurze Meldung am 8. Dezember 2011 dürfte die Lebensversicherer weiter ins Schwitzen gebracht haben: Der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungs-Geschäfte des Eurosystems wird um 25 Basispunkte auf nun 1,00 Prozent gesenkt. Seit Jahren verharrt der europäische Leitzins nun schon auf niedrigem Niveau. Was beispielsweise für viele potentielle Bauherren von Vorteil ist, macht den Lebensversicherern schwer zu schaffen. Mit der abnehmenden Verzinsung wird auch die Suche nach Neukunden immer schwieriger. Lohnt sich eigentlich noch eine Lebensversicherung?

Die Versicherungsnehmer der meisten deutschen Lebensversicherer müssen im Jahr 2012 mit einer abermaligen Senkung der Verzinsung ihrer Beiträge rechnen. Die Allianz Leben beispielsweise senkt ihre Überschussbeteiligung auf 4,00 (2011: 4,10) Prozent. Die Gesamtverzinsung (Beachte: Hier geht es nur um den Sparanteil) der Leben- und Renten-Policen einschließlich des Überschussanteils am Ende der Laufzeit sinkt z.B. bei der Allianz auf 4,50 (4,70) Prozent. Die Renditen auf Kapital-Lebensversicherungen sind seit 2002 auf anhaltender Talfahrt.

   

Derweil übt man sich in den Chefetagen der Versicherer in Zweckoptimismus: Lange können die Zinsen nicht mehr auf diesem niedrigen Niveau verharren! Die Lebensversicherer versuchen die Kunden momentan mit dem Hinweis auf die 2012 weiter sinkende Garantieverzinsung zum Abschluss einer neuen LV noch in 2011 zu ködern. Denn derzeit müssen die Verträge mit mindestens 2,25 Prozent im Jahr verzinst werden. Ab Januar dürfen die Versicherer gesetzlich nur noch 1,75 Prozent fest versprechen.

Ein nüchterner Blick, wenn das überhaupt möglich ist, auf die Finanzmärkte und die weltweit nachlassende Konjunktur lässt in den kommenden Jahren nichts Gutes erwarten! Rezessionsängste und flaue Wachstumsraten werden die Leitzinsen vorerst niedrig halten! umo