Wohneigentum 2010 (26. September 2011)

Preise angestiegen

Für den Erwerb einer Eigentumswohnung wurden 2010 in Deutschland durchschnittlich 130 900 Euro gezahlt. Damit stieg der Durchschnittspreis pro Kaufereignis um 4,2 Prozent zu 2009. Der durchschnittliche Kaufpreis für ein Einfamilienhaus betrug 160 800 Euro und lag damit um 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Beide Preise zusammen, also für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser (Neubau und Bestand), ergaben für 2010 eine durchschnittliche Preissteigerung von 2,7 Prozent, nach 1,5 Prozent im Jahr davor.

Das zeigt die aktuelle, im Auftrag des ifs Städtebauinstituts, Berlin, durchgeführte Gewos Untersuchung, die alle in Deutschland getätigten Verkäufe von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern insgesamt und nach Ländern und Regionen auswertet. Die unterschiedliche Entwicklung zwischen Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern führt das ifs darauf zurück, dass Eigentumswohnungen stärker als Anlageobjekte erworben werden, während bei Einfamilienhäusern die Selbstnutzung im Vordergrund steht.

Neben diesen deutschlandweiten Trendaussagen sind vor allem die unterschiedlichen Entwicklungen in den 20 ausgewerteten Regionen von Interesse. Bei den Preisen für Eigentumswohnungen liegt die Mehrheit der Regionen im Aufwärtstrend. Die größten Steigerungen wiesen 2010 die Regionen Bielefeld/Paderborn (11,1 Prozent), Augsburg (9,4 Prozent) und Berlin (9,4 Prozent) auf.

In der Region München wurden mit 227 900 Euro und einer Preissteigerung von 5,4 Prozent die höchsten Kaufpreise für Eigentumswohnungen bezahlt. Die Region Hamburg ist nach München die Region mit den zweithöchsten Durchschnittspreisen für Eigentumswohnungen. Im Westen führen die Regionen Düsseldorf und Köln die Preisliste an. Das Preisniveau der südlichen Regionen bewegt sich überwiegend im mittleren bis hohen Bereich, wobei in der Region Rhein-Neckar (Mannheim/Ludwigshafen) mit 117 200 Euro für eine Eigentumswohnung nur etwa die Hälfte des Preises im Münchener Raum aufzuwenden ist.

Im Osten hat sich außer in Berlin auch in Dresden die langfristig positive Entwicklung fortgesetzt (4,4 Prozent). Die Regionen Ostseeküste und Halle/Leipzig erfuhren dagegen nach einer langen Wachstumsphase erstmals wieder einen Preisrückgang (-3,5 Prozent bzw. 3,9 Prozent).

Die mit Abstand höchsten Preise für Einfamilienhäuser wurden auch 2010 in der Region München gezahlt. Mit 433 500 Euro lag der Kaufpreis um 4,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Erst mit weitem Abstand folgen die Regionen Düsseldorf, Untermain und Mittlerer Neckar.

In der Region Dresden war mit 7,7 Prozent die größte Preissteigerung auf dem Markt für Einfamilienhäuser festzustellen. Mit durchschnittlich 115 900 Euro pro Kauffall sind die Preise zwar noch gering, haben sich jedoch langfristig positiv entwickelt. Einen ebenso großen Preissprung gab es mit 7,1 Prozent in Berlin.

Die Durchschnittspreise der acht Regionen im Süden liegen alle oberhalb des Bundesdurchschnitts. In der günstigsten Region des Südens, der Region Augsburg, stiegen die Durchschnittspreise um 3,1 Prozent auf 188 700 Euro. Mit Ausnahme der Region Bielefeld/Paderborn zeigte der Preis für Einfamilienhäuser im Westen ein robustes Wachstum. Für durchschnittlich 195 100 Euro konnte hier ein Einfamilienhaus erworben werden, was im Vergleich der Regionen ein leicht überdurchschnittlicher Wert ist. (Quelle: ifs, Berlin)

Lesen Sie auch:
- die Preise für 2009
- die Preise für 2008