Lebensversicherung (25. Februar 2011)

Garantiezins im Sinkflug

Das Bundesministerium für Finanzen hat dieser Tage den Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen zum 1. Januar 2012 auf 1,75 Prozent herabgesetzt. Der so genannte Garantiezins, genauer gesagt der garantierte Rechnungszins auf den Sparanteil der Einzahlungen in eine Kapital-Lebensversicherung, wird somit noch unattraktiver. Grundlage dessen: Der Leitzins in der EU liegt seit dem 7. Mai 2009 bei 1,00 Prozent.

Der Garantiezins gilt bekanntermaßen für klassische Lebens- und Rentenversicherungen.

Ein Blick in die vergangenen zehn Jahre verdeutlicht die schleichende Schrumpfkur der garantierten Rendite:
- Juli 2000         bis 2003           = 3,25 % per anno,
- 2004               bis 2006           = 2,75 % per anno,
- 2007               bis 2011           = 2,25 % per anno sowie
- 2012                                      = 1,75 % per anno. (Quelle: GDV)

Die gute Nachricht: für Bestandskunden ändert sich nichts!
Eine Absenkung des Höchstrechnungszinses betrifft nur Verträge, die ab dem 1. Januar 2012 neu abgeschlossen werden. Für Altverträge gelten weiterhin die garantierten Leistungen ihres bestehenden Vertrages.

Der Garantiezins muss in Ansatz gebracht werden und errechnet sich aus den Sparanteilen. Im günstigsten Fall erwirtschaften die Versicherer aber höhere Gewinne als den gesetzlich vorgeschriebenen Satz. Von Versicherer zu Versicherer ist das jedoch unterschiedlich. Je nachdem, wie sie ihre Kosten und ihre Risikobereitschaft im Griff haben. Derzeit ist eine Gesamtverzinsung von 4,5 bis 5,0 Prozent durchaus realistisch. Der Gesamtzinssatz setzt sich letztendlich aus drei Teilen zusammen: dem Garantiezins, der Überschussbeteiligung und dem Schlussüberschuss. Die Höhe der Überschussbeteiligung ist variabel. Sie hängt davon ab, wie viel Geld ein Versicherer mit seinen Kapitalanlagen zu erwirtschaften im Stande ist. umo