Wohnimmobilien: Daten-Fakten-Trends (6. Juli 2010)

Jedes Jahr Ende Juni findet die offizielle Vorstellung der Broschüre „Markt für Wohnimmobilien“ statt, so auch dieses Mal, als die elfte Ausgabe in Berlin präsentiert wurde. Die Landesbausparkassen (LBS) und ihre Immobiliengesellschaften (LBS-I) haben wieder viele Fakten rund um die Wohnimmobilie in einer handlichen Broschüre im Westentaschenformat zusammengetragen, die jeder Bauinteressierte sein eigen nennen sollte.

Allgemeiner Tenor 2010: Das wachsende Interesse an Bestandsimmobilien verkündet ebenso wie die zögernde Belebung im Neubau, dass die Nachfrage insgesamt anzieht und für die Zukunft wieder steigende Preise zu erwarten sind.

Grundlage des Werkes ist die jährliche Umfrage bei den LBS-Immobiliengesellschaften und Sparkassen. Mit 28 500 vermittelten Objekten (im Jahre 2009) sind die Immobilientöchter der LBS nach wie vor die größte Maklergruppe Deutschlands.

An der Spitze der Preise bundesdeutscher Großstädte liegt wie ein Jahr zuvor erneut München. Dort kostet das typische Bestandsobjekt mit 750 000 Euro noch einmal drei Prozent mehr als im Vorjahr. Wiesbaden und Heidelberg folgen mit 550 000 Euro auf Platz 2. Dahinter rangieren weitere süd- und westdeutsche Zentren wie Stuttgart (480 000 Euro), Freiburg (460 000 Euro) sowie Düsseldorf und Frankfurt, aber auch Ingolstadt (mit 450 00 Euro).

Bei neuen Eigentumswohnungen erreichen laut LBS-Preisspiegel Unterhaching und Unterschleißheim in diesem Jahr mit 3 800 Euro pro Quadratmeter den deutschen Spitzenwert, noch vor München (3 550 Euro). Auch Garmisch-Partenkirchen und Starnberg (mit 3 750 Euro) sind ein ausgesprochen teures Pflaster, ähnlich wie die Bodenseestadt Konstanz (3 300 Euro). Zu den hochpreisigen Städten zähle im Norden die Elbmetropole Hamburg (3 200 Euro), aber auch die kleinere Ostseestadt Eckernförde (2 850 Euro).

Am unteren Ende der LBS-Preisskala bei den Großstädten befinden sich Hildesheim, Oldenburg und Salzgitter mit 1 100 Euro pro Quadratmeter für eine neue Eigentumswohnung. In den Mittelstädten Coswig, Seesen und Völklingen gibt es aber auch neue Eigentumswohnungen für deutlich unter 1 000 Euro pro Quadratmeter. In Dresden, Leipzig, Hannover, Bremen sowie den Ruhrgebietsstädten Dortmund und Essen liegen die Quadratmeterpreise weiterhin in einer moderaten Bandbreite von 1 800 bis 2 000 Euro pro Quadratmeter, in Berlin liegen sie mit 2 100 Euro pro Quadratmeter nur unwesentlich darüber.

Beim Bauland rechnen die LBS-Auguren mit einer Ausweitung des Angebots. So kostet der Quadratmeter Grund und Boden in den süddeutschen Groß- und Mittelstädten mit 310 Euro sogar noch einmal mehr als im Vorjahr – und zugleich weit mehr als doppelt so viel wie im Norden (120 Euro) und über viermal so viel wie im Osten (70 Euro). Extreme Grundstücksknappheit signalisierten die Spitzenpreise in süd- und südwestdeutschen Großstädten wie Stuttgart (750 Euro), Heidelberg (630 Euro), München (575 Euro) und Frankfurt (550 Euro).

Warum eigentlich nicht jetzt bauen? Immobilien sind nicht nur wertstabil, sie werfen vor allem beim selbstgenutzten Wohneigentum eine anständige Rendite ab, nämlich in Höhe der eingesparten Miete. Die historisch niedrigen Zinsen sorgen zugleich für Finanzierungsraten, die kaum höher liegen als die Mieten für vergleichbare Objekte. Das Angebot an guten Objekten ist immer noch relativ breit und, abgesehen von einigen teuren Ballungsräumen, auch recht günstig.

Neben Preisen und Prognosen, Zahlen über die Bautätigkeit, Bestandszahlen über den Wohnungsmarkt sowie Aussagen über Preise und Mieten sind unzählige Daten und Fakten zu den Wohnimmobilien in Deutschland auf über 60 Seiten aufgelistet, die einen guten Überblick über den gesamten einheimischen Wohnungsmarkt bieten.

In der Anlage folgt ein üppiger Preisspiegel sowohl für den Neubaumarkt als auch für den Gebrauchtwohnungsmarkt. Er umfasst rund 666 Städte, darunter die 14 Großstädte mit mehr als 500 000 Einwohnern sowie 65 Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern. Zu den Kategorien Grundstück, frei stehendes Einfamilienhaus, Reihenhaus und Eigentumswohnung werden die jeweiligen Preisspannen mit dem am häufigsten anzutreffenden Wert tabellarisch aufgelistet.

Fazit: Ein hilfreicher Ratgeber, der einen guten Überblick über den aktuellen Wohnungsmarkt in Deutschland gewährleistet. Ein idealer Begleiter für jeden potentiellen Bauinteressenten! umo

Weitere Infos: www.lbs.de