Förderung belohnt Effizienz! (30. Juni 2010)

Zum 1. Juli 2010 legt die staatliche KfW-Bank, Frankfurt am Main, neue Förderangebote für Bauherren und Modernisierer auf. Neu hinzukommen im Bereich Bauen die Förderstufen KfW-Effizienzhaus 70, 55 und 40. Im Bereich Sanieren gibt es künftig auch die Förderstufen KfW-Effizienzhaus 70 und 55. Je niedriger die Kennziffer des Programms, umso höher ist die Energieeffizienz des Projekts. Das Motto der Förderung lautet schlechthin: Je besser der energetische Standard des Projektes ist, desto höher fällt die Förderung aus. Die staatlichen Zuschüsse müssen jeweils vor dem Baubeginn beantragt werden. Bei einem sehr hohen energetischen Standard gewährt die KfW-Bank auch Tilgungszuschüsse.

Die bisherige Förderung KfW-Effizienzhaus 130 entfällt, weil der zugrunde liegende Standard als technisch ineffizient gilt. Die Fördermöglichkeiten für die KfW-Effizienzhäuser 85, 100 und 115 bleiben bei der Sanierung bestehen. Neubauten werden erst ab dem Erreichen des Standards KfW-Effizienzhaus 70 gefördert.

   

Wer kann Anträge stellen?
Bauherren oder Ersterwerber von neuen Wohngebäuden zur Selbstnutzung oder Vermietung, z. B. Privatpersonen, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften, Gemeinden, Kreise, Gemeindeverbände sowie sonstige Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts.

Was wird gefördert?
Gefördert wird die Errichtung, Herstellung oder der Ersterwerb von Wohngebäuden einschließlich Wohn-, Alten- und Pflegeheimen. Als Herstellung gilt auch die Erweiterung bestehender Gebäude durch abgeschlossene Wohneinheiten sowie die Umwidmung bisher nicht wohnwirtschaftlich genutzter Gebäude bei anschließender Nutzung als Wohngebäude. Nicht gefördert werden Ferien- und Wochenendhäuser. Es werden auf Grundlage der geltenden Energie-Einspar-Verordnung (EnEV-2009) drei unterschiedliche Niveaus gefördert:
- KfW-Effizienzhaus 40,
- KfW-Effizienzhaus 55 /Passivhaus sowie
- KfW-Effizienzhaus 70.
Zum Nachweis des energetischen Niveaus sind der Jahres-Primärenergiebedarf (Qp) und der auf die Wärme übertragende Umfassungsfläche des Gebäudes bezogene Transmissionswärmeverlust (H’T) des so genannten Referenzgebäudes nach EnEV-2009 Anlage 1, Tabelle 1 von einem befähigten Sachverständigen zu ermitteln.

   

Im Falle eines KfW-Effizienzhaus 40 oder 55 /Passivhaus sind Planung und Baubegleitung durch einen Sachverständigen verbindlich nachzuweisen. Der Sachverständige hat dabei folgende Leistungen zu erbringen:
- spezielle Detailplanungen, insbesondere Luftdichtigkeitskonzept (DIN 4108-2 + 7) und Lüftungskonzept bei Einbau einer Lüftungsanlage (DIN 1946-6) bzw. Vorgabe von Parametern aus der Energiebedarfsrechnung an den Heizungsplaner,
- Prüfung des Leistungsverzeichnisses,
- mindestens eine Baustellenbegehung vor Ausführung der Putzarbeiten bzw. vor Verschließen eventueller Verkleidungen, einschließlich der Überprüfung der Ausführung von Wärmebrücken sowie der Umsetzung von Luftdichtigkeits- und Lüftungskonzept inklusive Blower-Door-Test,
- Kontrolle und Begleitung bei der Übergabe der Haustechnik, ggf. mit ergänzender technischer Einweisung in die Haustechnik sowie ggf. Prüfung des Nachweises des hydraulischen Abgleichs und der Einregulierung der Anlage.

KfW-Effizienzhaus 40
KfW-Effizienzhäuser 40 dürfen den Jahres-Primärenergiebedarf (Qp) von 40 Prozent und den Transmissionswärmeverlust (H’T) von 55 Prozent der errechneten Werte für das so genannte Referenzgebäude nach Tabelle 1 der Anlage 1 der EnEV-2009 nicht überschreiten. Gleichzeitig darf der Transmissionswärmeverlust nicht höher sein als nach Tabelle 2 der Anlage 1 der EnEV-2009 zulässig.

KfW-Effizienzhaus 55/Passivhaus
KfW-Effizienzhäuser 55 dürfen den Jahres-Primärenergiebedarf (Qp) von 55 Prozent und den Transmissionswärmeverlust (H’T) von 70 Prozent der errechneten Werte für das so genannte Referenzgebäude nach Tabelle 1 der Anlage 1 der EnEV-2009 nicht überschreiten. Gleichzeitig darf der Transmissionswärmeverlust nicht höher sein als nach Tabelle 2 der Anlage 1 der EnEV-2009 zulässig.

Passivhaus: Gefördert werden in der Programmvariante auch Gebäude, deren Jahres-Primärenergie-bedarf (Qp) und Jahres-Heizwärmebedarf (Qh) nach dem Passiv-Haus-Projektierungs-Paket (PHPP) durch einen Sachverständigen nachgewiesen werden. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass der Jahres-Primärenergiebedarf (Qp) nicht mehr als 40 kWh pro m² Gebäudenutzfläche (AN) und der Jahres-Heizwärmebedarf (Qh) nach PHPP nicht mehr als 15 kWh pro m² Wohnfläche betragen.

KfW-Effizienzhaus 70
KfW-Effizienzhäuser 70 dürfen den Jahres-Primärenergiebedarf (Qp) von 70 Prozent und den Transmissionswärmeverlust (H’T) von 85 Prozent der errechneten Werte für das so genannte Referenzgebäude nach Tabelle 1 der Anlage 1 der EnEV-2009 nicht überschreiten. Gleichzeitig darf der Transmissionswärmeverlust nicht höher sein, als nach Tabelle 2 der Anlage 1 der EnEV-2009 zulässig.

   

Wer ist als Sachverständiger zugelassen?
Ein Sachverständiger im Sinne der Förderrichtlinien ist ein im Bundesprogramm "Vor-Ort-Beratung" oder von der Verbraucherzentrale zugelassener Energieberater oder eine nach § 21 EnEV-2009 ausstellungsberechtigte Person. (Quelle: www.kfw.de)

Drei begleitende Merkblätter der KfW-Bank bieten weitere Details zur jeweiligen Förderung:
- Energieeffizient Bauen (PDF - 3 DS/56 KB)
- Energieeffizient Sanieren – Kredit (PDF - 4 DS/60 KB)
- Energieeffizient Sanieren – Mindestanforderungen (PDF - 6 DS/108 KB)