100 Jahre: Konrad Zuse (21. Juni 2010)

Am 22. Juni 2010 wäre der Bauingenieur und Erfinder des Computers, Konrad Zuse, 100 Jahre alt geworden. Zuses Z3, die er am 12. Mai 1941der Öffentlichkeit präsentierte, gilt heute schlechthin als die erste frei programmierbare, auf dem binären Zahlensystem basierende Rechenmaschine der Welt und ist folglich auch als erster funktionsfähiger Computer anerkannt.

Seine erste Maschine, die Z1, entwickelte er bereits zwischen 1936 und 1938. Schon kurz danach arbeitete Zuse an der Z2 (1938 bis1939). In beiden Fällen verwendete er das Prinzip des mechanischen Speichers, nur ersetzte er bei der Z2 das Festkomma-Rechenwerk durch ein Telefonrelais (600 Relais). Die Zuverlässigkeit der Relaistechnik überzeugte Zuse dermaßen, so dass er die Z3 vollständig aus Relais (ca. 600 im Rechenwerk und 1400 im Speicher) baute.

Zuse zählt definitiv zu den großen deutschen Erfinder-Persönlichkeiten, was auch aus unzähligen Ehrungen und Auszeichnungen, u.a. erhielt er 1995 das Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband, hervor geht. Zuse starb am 18. Dezember 1995 in Hünfeld, Hessen. Ein imposantes Denkmal von Konrad Zuse steht beispielsweise vor der Stiftsruine in Bad Hersfeld, dem ehemaligen Firmensitz des Tüftlers und Visionärs. Bis 1967 baute die Firma insgesamt 251 Computer (Patent  vom 8. Juli 1949). Die Firma entwickelte auch den ersten Plotter (Zeichengerät), den „Graphomat Z64“.

   

Die Deutsche Post  würdigte Zuse mit einer am 10. Juni 2010 erschienenen Sonderbriefmarke. Diese Marke zeigt ein Konterfei Konrad Zuses aus grob gerasterten Bildpunkten mit den Lebensdaten 1910 bis 1995 und dem Aufdruck seines Namens. Am gleichen Tag erschien auch eine 10-Euro-Gedenkmünze zum 100. Geburtstag von Konrad Zuse.

Insgesamt hatte Zuse acht Ehrendoktortitel (u.a. Technischen Universität Dresden, 1981, und Bauhaus-Universität Weimar, 1991) und zwei Ehrenprofessuren. Nach ihm sind zwei Medaillen benannt, die zum einen von der Gesellschaft für Informatik und zum anderen vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Informatik vergeben werden. umo

(Anm. des Autors: In der Stiftsruine in Bad Hersfeld ist u.a. die Grabplatte von Michael Morochutto (1653 bis 1709), dem Stammvater der Familie Morchutt, zu sehen!)