Baulandpreise sinkend (17. Juni 2010)
Im vergangenen Jahr sind die Baulandpreise in Deutschland erneut gesunken. 2009 mussten im Bundesdurchschnitt 127 Euro pro Quadratmeter baureifen Landes gezahlt werden - nach 130 Euro im Jahr 2008. In den zehn Jahren zuvor kannten die Baulandpreise fast ausnahmslos nur eine Richtung: die nach oben. 1999 lagen sie gerade einmal bei 71 Euro.

Ausschlaggebend für den Rückgang 2009 war die Preisentwicklung in Westdeutschland: Hier mussten durchschnittlich 149 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden; das bedeutete gegenüber 2008 ein Minus von 5,1 Prozent. In Ostdeutschland (ohne Berlin) stagnieren die Baulandpreise jedoch schon seit 2006 bei 47 Euro.

Für den Preisrückgang in Westdeutschland (ohne Berlin) waren nach Angaben des Ifs vor allem die Stadtstaaten Hamburg und Berlin ausschlaggebend, in denen Rückgänge um 30,4 bzw. 28,3 Prozent auf absolut 405 bzw. 198 Euro zu verzeichnen waren. Zu berücksichtigen sind hierbei jedoch die relativ geringen Fallzahlen.

Lässt man die Stadtstaaten Hamburg und Berlin außen vor, sind die teuersten Grundstücke in Bayern mit 205 Euro (-9,7 Prozent), Baden-Württemberg mit 169 Euro (-3,4 Prozent), Bremen mit 151 Euro (+/- 0 Prozent), Nordrhein-Westfalen mit 137 Euro (-4,2 Prozent), Hessen mit 131 Euro (+3,1 Prozent) und Schleswig-Holstein mit 116 Euro (+4,5 Prozent) zu finden.

Am Ende dieser Skala liegen die ostdeutschen Bundesländer Brandenburg mit 47 Euro (-6,0 Prozent), Sachsen-Anhalt mit 44 Euro (+51,7 Prozent) und Thüringen mit 29 Euro (-9,4 Prozent). Parallel zum rückläufigen Wohnungsneubau hat sich auch die Zahl der Verkaufsfälle von baureifem Land drastisch verringert: Gab es vor zehn Jahren noch über 105 000 Kauffälle, ist die Zahl 2009 auf weniger als 55 000 (-47,6 Prozent) zurückgegangen. Auch der Kaufwert der Grundstücksflächen insgesamt ist mit 5,3 Mrd. Euro im Jahr 2009 deutlich geringer als der Wert von 1999 mit 6,7 Mrd. Euro. Quelle: ifs, Berlin