DIN 18195 – Bauwerksabdichtungen (18. April 2010)

Eine aktuelle Studie (10/2009) des Bauherren-Schutzbundes, Berlin, und des Instituts für Bauforschung, Hannover, in Kooperation mit der AIA AG, Düsseldorf, einem Spezialversicherer für Architekten und Ingenieure, befördert dramatische Feuchteschäden durch fehlerhafte Bauwerksabdichtungen ans Tageslicht. Mit 11,9 Prozent aller an privaten Bauwerken festgestellten Mängel erweisen sich Bauwerksabdichtungen als besonders schadensträchtig. Vor allem Feuchteschäden an erdberührten Bauteilen schlagen in der Regel mit großen Schadensummen zu Buche.

Risikovoller Verzicht auf detaillierte Planung
So wird vielfach auf Bodengutachten verzichtet, obwohl Baugrunduntersuchungen zur Tragfähigkeit des Bodens und der Grundwasserverhältnisse zu den Mindestanforderungen jeglicher Planung gehören. Fehlerhafte Voruntersuchungen, nicht fachgerechte Planung der Entwässerungsanlagen und Missachten örtlicher Randbedingungen sind zu 36 Prozent Ursache späterer Feuchteschäden. Planungs- und Ausführungsfehler - wie der Verzicht auf Rückstausicherungen – machen 27 Prozent der Schäden aus. Beachte: Ohne Rückstausicherung auch kein Versicherungsschutz! Jede vierte Planung, so die Studie, misst der detaillierten Festlegung von Abdichtungsarbeiten keine große Bedeutung bei. Dadurch resultierende Feuchteschäden liegen zu etwa einem Drittel bei einer Schadensumme über 15 000 Euro, dabei sind Folgekosten noch nicht einmal berücksichtigt. Fehlende oder unzureichende Baugrunduntersuchungen verursachten beispielsweise Schäden von 10 500 Euro.

Verstoß gegen allgemein anerkannte Regeln der Technik
Ausführungsfehler, auf die 60 Prozent der untersuchten Schäden zurückzuführen sind, beruhen im Wesentlichen auf Verstößen der ausführenden Firmen gegen die allgemein anerkannten Regeln der Technik, auf unterlassene Voruntersuchungen oder auf Unkenntnis bzw. Nichtbeachtung von Material- und Verarbeitungsrichtlinien. Im Einzelnen geht es um fehlerhaften Materialeinsatz, Nichtbeachten von Planungsanforderungen, Herstellerhinweisen und vertraglichen Vereinbarungen. Oft werden Warte- und Trocknungszeiten nicht eingehalten, Randbedingungen wie Niederschlag oder Temperatur vernachlässigt, Prüf- und Hinweispflichten nicht ernst genommen. Dieses Horrorszenario der Schadens- bzw. Unterlassungsbilanz ist ein gefundenes Fressen für die Kaste der Anwälte!

DIN 18195 – Bauwerksabdichtungen
Die zehnteilige DIN 18 195 - Bauwerksabdichtungen - ist seit 1983 die wichtigste Planungs- und Ausführungsnorm für die Abdichtung von Bauwerken und Bauteilen, die allerdings nur für den Neubau konzipiert wurde. Im August 2000 folgte nach langem Einspruchsverfahren, weil über die Aufnahme von KMB-Abdichtungen entschieden wurde, was die Bahnenhersteller gar nicht so lustig fanden, eine komplett überarbeitete Abdichtungsnorm DIN 18 195 in den Teilen 1 bis 6. Die Teile 8 bis 10 kamen  bis zum Jahr 2004 hinzu. Zurückgestellt wurde zunächst der Teil 7.

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