Handwerkerleistungen absetzen! (14. März 2010)
Wer im Jahr 2009 Handwerker beauftragt hat, um am Haus Reparaturen erledigen zu lassen, kann sich nun mehr Geld vom Fiskus zurückholen. Die steuerliche Förderung von Kosten für Handwerksleistungen wurde zum 1. Januar 2009 erhöht: sie beträt nun 1200 Euro. Allerdings können nur 20 Prozent der Rechnungen geltend gemacht werden, so dass man die Handwerker für eine Gesamtsumme von 6000 Euro beauftragt haben muss, wenn man den maximalen Steuervorteil auskosten will.

Nur Lohnkosten, keine Materialkosten!
Unklarheit gab es immer wieder darüber, welche Arbeiten eigentlich Handwerkerleistungen sind – und inwiefern sie steuerlich begünstigt werden. Um hier mehr Transparenz zu schaffen, hat das Bundesfinanzministerium (BMF) im Rahmen des Gesetzes zur Umsetzung steuerrechtlicher Regelungen des Maßnahmenpakets „Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung“ vom 21. Dezember 2008 eine Aufstellung veröffentlicht (BMF-Schreiben vom 15. Februar 2010, IV C 4- S 2296-b/07/0003). In der Anlage des Schreibens (neun Seiten) werden rund 100 Tätigkeiten aufgelistet und die Frage beantwortet: Steuer begünstigt – ja, oder nein? (siehe PDF -  56 KB/9 DS)

Als Faustregel gilt: Arbeiten, die innerhalb des Grundstücks ausgeführt werden, sind größtenteils von der Steuer begünstigt. So lassen sich bei einer Abflussrohreinigung die Steuern mit den Kosten mindern, die für die Rohre auf dem eigenen Grund und Boden entstanden sind. Die Meter außerhalb des Grundstücks bleiben allerdings unberücksichtigt.

Darüber hinaus gilt folgende Regel: Steuer senkend wirken sich nur die Lohnkosten, nicht aber die Materialkosten aus. Wer zum Beispiel einen Carport bauen oder eine Terrasse überdachen lassen möchte, kann die Arbeitskosten absetzen, das Holz jedoch nicht.

Nach § 52 Abs. 50b Satz 4 EStG ist die Regelung erstmals für im Veranlagungszeitraum 2009 geleistete Aufwendungen anzuwenden, soweit die den Aufwendungen zu Grunde liegenden Leistungen nach dem 31. Dezember 2008 erbracht worden sind. Dabei muss das beauftragte Unternehmen nicht in die Handwerksrolle eingetragen sein; es können auch Kleinunternehmer im Sinne des § 19 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz mit der Leistung beauftragt werden.

Im BMF-Schreiben heißt es dazu wörtlich: § 35a Abs. 3 EStG (§ 35a Abs. 2 Satz 2 EStG a. F.) gilt für alle handwerklichen Tätigkeiten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die in einem inländischen, in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden, unabhängig davon, ob es sich um regelmäßig vorzunehmende Renovierungsarbeiten oder kleine Ausbesserungsarbeiten handelt, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden, oder um Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die im Regelfall nur von Fachkräften durchgeführt werden. Handwerkliche Tätigkeiten im Rahmen einer Neubaumaßnahme sind nicht begünstigt. Als Neubaumaßnahmen gelten alle Maßnahmen, die im Zusammenhang mit einer Nutz- oder Wohnflächenschaffung bzw. -erweiterung anfallen. Quelle: BMF