Krise zwingt zum Verkauf (28. Oktober 2009)
Was für die einen äußerst schmerzhaft und demütigend ist, beschert Preisbewussten gute Chancen: die Zwangsversteigerungen bei Wohnhäusern und Eigentumswohnungen steigen in diesem Jahr zweistellig an (+16,3 Prozent). Eine von Focus in Auftrag gegebene Erhebung an den Fachverlag Unika hat das soeben ergeben. Die Zahl der zur Zwangsversteigerung kommenden Immobilien soll demnach 2009 gegenüber 2008 um 9 000 auf rund 64 000 steigen.

In einer gemeinsamen Umfrage führten 55 Prozent der Befragten an, sie investierten aufgrund der Finanzkrise künftig lieber in eine Immobilie. 27 Prozent sind sogar bereit, nach einem bereits ersteigerten Haus ein weiteres zu erwerben. Negative Begleiterscheinungen der Versteigerungsobjekte: 33 Prozent der Käufer fanden das gekaufte Objekt im dreckigen Zustand vor. 5 Prozent mussten Räumungsklage beantragen, weil Vorbesitzer oder Mieter noch nicht ausgezogen waren. Darüber hinaus fand ein Viertel der Befragten größere Mängel an Haus oder Eigentumswohnung. Die Umfrage unter 300 Immobilien-Interessenten und Käufern gilt schlechthin als qualifizierte Stichprobe.

   

Makabres Szenario: Die Banken haben die Krise leichtfertig herbeigeführt, nun verramschen diese die Immobilien der Häuslebauer zum Schnäppchenpreis, weil diese ihre Hypotheken (Raten) nicht mehr bedienen können!

Häuslebauer: 101 000 Euro Restschuld
Selbstgenutzte Wohnimmobilien in Deutschland mit laufender Finanzierung sind mit einer Restschuld von durchschnittlich 101 000 Euro belastet. Das geht aus der aktuellen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes, Wiesbaden, hervor. Über 30 Prozent der Eigentümer lägen dabei sogar in der Gruppe mit Verbindlichkeiten zwischen 100 000 bis 250 000 Euro. Der durchschnittliche Verkehrswert aller Immobilien beträgt 242 000 Euro.
umo