Wohneigentum: Preise gesunken (28. September 2009)
Das erste Mal seit fünf Jahren sind im Jahr 2008 die Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland gesunken. Das Minus betrug im Bundesdurchschnitt 3,4 Prozent auf 120 900 Euro. In Westdeutschland musste mit durchschnittlich 123 000 Euro 3,6 Prozent weniger bezahlt werden als 2007. In Ostdeutschland verbilligten sich die Eigentumswohnungen um 1,8 Prozent auf 106 000 Euro.

Auch für Einfamilienhäuser wurde 2008 weniger gezahlt als im Jahr zuvor: Im Bundesdurchschnitt fiel der Preis um 2,4 Prozent auf 157 500 Euro. Während man im Osten im Durchschnitt mit 98 800 Euro und somit 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr rechnen musste, war im Westen mit 168 100 Euro ein Rückgang um 2,4 Prozent zu verzeichnen gewesen.

   

Die Daten basieren auf der zum 14. Mal im Auftrag des ifs Städtebauinstituts, Berlin, von Gewos, Hamburg, durchgeführten Untersuchung sämtlicher Verkaufsfälle von Eigenheimen und Eigentumswohnungen. Gegenstand der Untersuchung waren 448 000 Verkaufsfälle von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen (Neubau- und Gebrauchterwerbe), darunter 378 200 in Westdeutschland und 69 800 in Ostdeutschland. Gegenüber 2007 ist die Zahl der Verkaufsfälle in Westdeutschland um 1,9 Prozent gestiegen, in Ostdeutschland um 1,6 Prozent gefallen.

Mit deutlichem Abstand liegt weiterhin die Region München auf dem ersten Platz der Wohneigentumspreise. 2008 kostete hier ein Einfamilienhaus 388 200 Euro (+0,1 Prozent) bzw. eine Eigentumswohnung 205 900 Euro (+2,2 Prozent). Damit ist die Region München das einzige Ballungsgebiet, in dem sich sowohl Eigentumswohnungen als auch Eigenheime verteuerten. Gegenüber 1995 bedeutete dies in dieser Region einen Preisanstieg bei Einfamilienhäusern um 33,4 Prozent und bei Eigentumswohnungen um 27,4 Prozent.

Eine Differenzierung nach Bundesländern zeigt, dass die Preise für Eigentumswohnungen, mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt (+12,6 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (+1,5 Prozent) und Hamburg (+0,7 Prozent), in ganz Deutschland nachgaben. Besonders stark war der Preisrückgang in Bremen (-23,6 Prozent), der auf eine Korrektur des starken Preisanstiegs im Vorjahr hinweist. In Schleswig-Holstein betrug der Rückgang -7,9 Prozent, in Niedersachsen -7,7 Prozent.

Mit dem Durchschnittspreis von 189 800 Euro für die Eigentumswohnung liegt Hamburg weiter unangefochten an der Spitze. Mit deutlichem Abstand an zweiter Stelle rangiert wie bereits 2007 Bayern mit 144 300 Euro (-2,4 Prozent), gefolgt von Hessen mit 138 300 Euro (-6,0 Prozent) und Baden-Württemberg mit 127 600 Euro (-3,8 Prozent). Trotz des Preisanstiegs von 12,6 Prozent sind die mit 70 400 Euro günstigsten Eigentumswohnungen in Deutschland immer noch in Sachsen-Anhalt zu finden, gefolgt von Thüringen mit 76 300 (-0,3 Prozent) und Niedersachsen mit 80 600 Euro.

Bei den Einfamilienhäusern verlief die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern ähnlich: Zulegen konnte neben Hamburg mit 4,1 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 1,5 Prozent auch Bremen (+1,4 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (1,7 Prozent) und Thüringen (0,3 Prozent). Angeführt von Hessen (-7,2 Prozent) und Brandenburg (-6,9 Prozent) verzeichnen die restlichen Bundesländer einen Preisrückgang. Bei den Durchschnittspreisen für Einfamilienhäuser übernimmt mit 295 400 Euro wieder Hamburg die Führung, gefolgt von Berlin mit 257 600 Euro (-1,1 Prozent), Bayern mit 208 000 Euro (-2,3 Prozent) und Baden-Württemberg mit 192 700 Euro (-2,1 Prozent).

Zum Vergleich 2005 - 2006 - 2007