Mach’s gut alte Birne! (28. August 2009)
Die gute alte Glühlampe von Thomas Edison, die er 1879 erfand, wird nun 130 Jahre später schleichend beerdigt. Der Grund: die Energieeffizienzklasse ist schlicht zu miserabel. Einfacher ausgedrückt: Zuviel Wärme bei zu wenig Licht! Die erste, die dran glauben muss, ist die Glühlampe mit der Bezeichnung E27-Sockel 230 V, 100 W, die nur die Energieeffizienzklasse G (ineffizient) erfüllt. Das Motto lautet zukünftig: je mehr Licht pro Watt, desto effizienter ist die Lampentechnologie. Die Wärmeenergie (hoher Stromverbrauch) soll drastisch gesenkt werden! Unter das Verbreitungsverbot zum 1. September 2009 fallen auch alle matten Glühlampen egal welcher Wattstärke. Lampen mit mattiertem Glas müssen ab dem 1. September 2009 die Energieeffizienzklasse A haben, um weiter verkauft werden zu dürfen. Weil sie das nicht schaffen, bedeutet das praktisch ein Verkaufsverbot für mattierte Glühlampen.

Die Benutzung von Kohlefadenglühlampen in privaten Haushalten geht in die 80er Jahre des 19. Jahrhunderts zurück, womit der Aufbau von Versorgungsnetzen für die elektrische Energie einherging. Glühlampen markierten folglich den Beginn der bedeutsamen Elektrifizierung in der kulturellen Entwicklung.

Die erste deutsche Glühlampe soll 1883 in Stützerbach (Thüringen) hergestellt worden sein. Bekannt wurde Stützerbach vor allem durch die Besuche von Johann Wolfgang von Goethe. U.a. als Staatsminister des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach weilte Goethe insgesamt 220 Tage in Ilmenau und des Öfteren auch im nahe gelegenen Stützerbach. Sowohl bei seinem ersten Besuch 1776 als auch bei seinem letzten Besuch in Ilmenau, am 26. August 1831, musste Goethe allerdings auf die Errungenschaft einer Glühlampe verzichten! umo

Glühbirne raus - Energiesparlampe rein? Moment mal... Aktualisierter Sonderdruck aus WOHNUNG+GESUNDHEIT, Heft 124, 2007 (PDF 6 DS/72 KB)