Energieeffizienz regional ungleich (20. August 2009)
Im Osten und Süden der Republik verbrauchen die Bewohner weniger Energie als in den anderen Regionen Deutschlands, weil ihre Gebäude energieeffizienter sind. Unklar war bisher, welches Ausmaß die regionalen Unterschiede in der Energieeffizienz haben. Auf der Grundlage von Verbrauchsdaten des Energie-Messdienstleisters ista wurde jetzt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsforschung, Halle, erstmalig der auf Raumordnungsregionen aggregierte ista-IWH-Energieeffizienzindex vorgestellt, der sowohl ein Ost-West als auch ein Nord-Süd-Gefälle in der Energieeffizienz aufdeckt. Basis dieser umfangreichsten Erhebung in Deutschland sind Informationen zu rund 257 000 Mehrfamilienhäusern bzw. rund 2,6 Mio. Wohnungen.

Demnach liegt der durchschnittliche Energieverbrauch von Mehrfamilienhäusern in Deutschland bei 138 kWh/m². Am meisten Energie benötigt wird in Niedersachsen, genauer gesagt in Ostfriesland mit 172 kWh/m², im Emsland (170 kWh/m²) und in Oldenburg (164 kWh/m²). Am geringsten ist der Verbrauch im mittleren Teil Mecklenburg Vorpommerns/Rostock mit 101 kWh/m², im Allgäu (109 kWh/m²) und Mittelthüringen (113 kWh/m²). Ein wichtiger Aspekt, warum Ostdeutschland bei dieser Betrachtung besser abschneidet als der Westen der Republik, ist, dass nach der Wende sehr viel in die Modernisierung der bestehenden Gebäudesubstanz investiert wurde.

   

Bekanntermaßen besteht seit dem 1. Januar 2009 für alle Gebäudebesitzer in Deutschland die Pflicht, die energetische Beschaffenheit aller Wohngebäude, die neu vermietet, verkauft oder verpachtet werden, durch einen Energieausweis nachzuweisen. Somit werden wesentliche Einsparpotentiale im Gebäudebestand, seriöse Schätzungen gehen von bis zu 80 Prozent aus, als realistisch angesehen. umo

Weitere Infos unter: www.iwh-halle.de