„Wilkomen in CSNET!“ (2. August 2009)
Die E-Mail, die Michael Rotert am 3. August 1984 öffnete, war die erste, die an einen eigenen Internet-Mail-Server in Deutschland verschickt wurde. Bis dahin musste man sich immer erst auf amerikanischen Servern anmelden, um Mails zu versenden oder zu empfangen. Abgeschickt wurde die Mail bereits am Donnerstag, den 2. August um 12.35 Uhr amerikanischer Zeit – sieben Stunden später, also 19.35 Uhr deutscher Zeit (MEZ), war Wissenschaftler Rotert natürlich längst im Feierabend. So landete die Mail in einem so genannten Relay und musste von dort manuell abgeholt werden. Das hat Rotert bzw. der Mailserver "germany" dann am 3. August 1984 getan.

Der Mailserver des Internetpioniers Prof. Werner Zorn, Uni Karlsruhe, hieß damals schlicht und einfach nur "germany". Mit den Worten "This is your official welcome to CSNET. We are glad to have you aboard ….", begrüßte Laura Breeden vom Massachusetts Institute of Technology den deutschen Kollegen im Kreis der an das CSNET angeschlossenen Rechner. „Wilkomen in CSNET!“ in der Betreffzeile verrät, dass Laura Breeden augenfällige Probleme mit der deutschen Sprache offenbarte! Was durchaus auch in die moderne E-Mail-Welt passt, denn Rechtschreibfehler in E-Mails sind ja heutzutage gängige Praxis!

Weltweit werden heute hunderte Millionen E-Mails am Tag verschickt. Was vor 25 Jahren ein kleiner Schritt für die Techniker war, ist heute zur Normalität bis hin zur nervenden Plage geworden. Denn inzwischen ist die Zahl der bekannten Viren und E-Mail-Schädlinge, ganz zu schweigen von der Flut an lästigen Spam-Mails, auf über 22,5 Millionen angestiegen. Spam oder Junk (engl.: Abfall oder Plunder) sind vom Empfänger unerwünschte und unverlangt zugestellte E-Mails mit werbendem Inhalt. umo