Bauherren: Akten aufbewahren (25. Juni 2009)
Die Berliner Baukammer sowie weitere Bundesländer (Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen) schreiben seit geraumer Zeit vor, dass „alle für das Bauvorhaben notwendigen Unterlagen“ beim Bauherrn aufbewahrt und auf Verlangen vorgezeigt werden müssen – andernfalls droht ein hohes Bußgeld. Hauptgrund hierfür ist, dass die Bauämter keinen Platz mehr für ein Zweitexemplar bereitstellen wollen oder können.

Die Berliner Bau-Verfahrens-Verordnung (BauVerfVO) schreibt beispielsweise vor, dass die Bauherren selbst für die Archivierung komplett verantwortlich sind. Diese Vorschrift gelte bereits seit dem 1. Januar 2007.

Aufbewahrungspflicht für Bauunterlagen
Baugenehmigungen, Bauvorlagen, statische Berechnungen, bautechnische Nachweise sowie  Prüf- und Überwachungsberichte häufen sich bei der Entstehung von Bauwerken, so dass diese Bauunterlagen auch aus Platzgründen nur noch vom Bauherrn selbst aufzubewahren sind. Auf Verlangen der Bauaufsichtsbehörde sind diese aber vorzulegen, zum Beispiel bei Um- oder Anbauten, Abriss, Verkauf oder zur Durchführung von Brandsicherheitskontrollen. Seit dem 1. Januar 2007 wurden beispielsweise in Berlin mit § 15 der neuen BauVerfVO die Bauherren und Eigentümer in die Pflicht genommen und sind nun alleinig für die Aufbewahrung und Vorlage der Unterlagen verantwortlich. Konkret steht dort:

§ 15 BauVerfVO, Aufbewahrungspflicht
(1) Die Bauherrin oder der Bauherr und deren oder dessen Rechtsnachfolgerin oder Rechtsnachfolger sind verpflichtet,
1. die Baugenehmigung oder die Bestätigung nach § 70 Abs. 4 Satz 4 der Bauordnung für Berlin,
2. die Bauvorlagen, soweit sie geprüft worden sind, die geprüften Bauvorlagen,
3. die bautechnischen Nachweise, soweit sie geprüft worden sind, die geprüften bautechnischen Nachweise, einschließlich der Prüf- und Überwachungsberichte,
4. die auf das Bauvorhaben bezogenen Nachweise der Verwendbarkeit bis zur Beseitigung der Anlage oder bis zu einer die Genehmigungsfrage insgesamt neu aufwerfenden Änderungen oder Nutzungsänderung aufzubewahren. Auf Verlangen der Bauaufsichtsbehörde sind diese Unterlagen vorzulegen. (…)

Diese Pflicht gilt für die gesamte Lebensdauer des Bauwerks und geht bei Verkauf an den Neueigentümer über. In dem Fall, dass die Unterlagen verloren gehen, beschädigt oder unvollständig vorgelegt werden, begeht der Bauherr/Eigentümer eine Ordnungswidrigkeit und muss zudem für die aufwändige und kostenintensive Neuerstellung der Unterlagen aufkommen. Jeder Bauherr sollte rechtzeitig in die für ihn infrage kommende Bauordnung schauen, ob er von dieser Regelung betroffen ist! umo