Historisches Zinstief (7. Mai 2009)
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins abermals um 25 Basispunkte auf nun 1,00 Prozent gesenkt. Auguren hatten diesen Zinsschritt längst erwartet. Seit Oktober 2008 hat die EZB den Leitzins um sage und schreibe 325 Basispunkte auf das historische Rekordtief von 1,00 Prozent gesenkt.

EZB-Chef Trichet kommentierte den Zinsschritt bekannt nüchtern, der neue Zinssatz sei der derzeitigen Lage angemessen. Weitere Senkungen sind aber nicht ausgeschlossen - der EZB-Rat hat überdies nicht beschlossen, eine Untergrenze für den Zinssatz zu formulieren. "Wir haben heute nicht entschieden, dass das neue Zinsniveau das niedrigste ist, das wir nie unterschreiten können, unabhängig von den künftigen Umständen.“ Ob es weitere Zinsschritte geben werde, hänge von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Hier sieht Trichet „erste zaghafte Anzeichen einer Stabilisierung“. Mit einer wirklichen Erholung der kriselnden Konjunktur im Euro-Raum rechnet die EZB aber nach wie vor erst 2010.

Eine weitere Zinssenkung gegen Null birgt allerdings die Gefahr, dass sich Banken untereinander kein Geld mehr leihen, wenn die Liquidität der Zentralbank so lukrativ ist.

Sparzinsen im Keller
Hier eine gute Nachricht: Obwohl dem Staat eine Rekordverschuldung droht, fördert er das Sparen in vermögenswirksamen Leistungen (VL) nun mit höheren Zuschüssen. Die staatliche Arbeitnehmersparzulage für Aktienfonds wurde rückwirkend zum Jahresbeginn 2009 von 18 auf 20 Prozent angehoben. Gefördert werden Einzahlungen bis zu 400 Euro pro Jahr. Das bedeutet, dass Sparer einen Bonus von maximal 80 Euro pro Jahr vom Staat erhalten können.

Darüber hinaus wurde die Einkommensgrenze, bis zu welcher Einkommenshöhe VL gezahlt wird, auf 20 000 € für Ledige und 40 000 € für Verheiratete erhöht. Der jeweilige Anteil hängt vom Tarifvertrag oder der Vereinbarung im Unternehmen ab. Die monatliche Höchstgrenze der betrieblichen Förderung beträgt 40 Euro. umo