Die Bauausführung beginnt mit der Baustelleneinrichtung

Damit auf der Baustelle nicht unnötiger Weise das Chaos ausbricht, ist es sinnvoll, einen Baustelleneinrichtungsplan (maßstabsgetreu) zu erstellen. Er sorgt mit dafür, dass auf der Baustelle rationell gearbeitet werden kann. Eine optimale Einrichtung der Baustelle gewährleistet u.a., dass die Baumaterialien am richtigen Platz gelagert, auf dem kürzesten Wege mit den geeignetsten Betriebsmitteln zur Verarbeitungsstelle transportiert werden können.

Die Baustelleneinrichtung hängt im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab:
- den örtlichen Gegebenheiten (Bodenbeschaffenheit, Lage, Erschließung und Schnitt des Grünstückes usw.)
- der Art der Baumaßnahme (Mauerwerksbau, Fertigteilbau, Straßenbau, etc.)
- der Größe des Bauprojektes (Abmessungen, Massenbedarf, usw.)
- der Fertigungsmethode (Einzel-, Takt- oder Parallelfertigung) sowie
- der Bauzeit.

Als gute Methode, die Einflussfaktoren zu bestimmen, hat sich die Baustellenbegehung herauskristallisiert. Während dieses Rundganges sollten die bestimmenden Einflussgrößen notiert bzw. skizziert werden. Fixieren Sie exakt die Grundstücksgrenzen. Benötigen Sie für die Bauphase (Baustelleneinrichtung) mehr Platz, als das eigene Grundstück hergibt, müssen Sie den zusätzlichen Platzbedarf beantragen (Nachbargrundstück, Durchfahrtsrecht, usw.). Ebenso müssen Sie die Anschlüsse für Baustrom und Bauwasser beantragen.

Checkliste zur Baustelleneinrichtung

1. Allgemeine Angaben (Bauobjekt, Auftraggeber, Baubeginn am ...)
2. Aussagen zu den Geländeverhältnissen (Form und Gefälle des Geländes, Bepflanzung, vorhandene Gebäude, Lage zum Nachbargrundstück)
3. Aussagen zum Untergrund und zur Hydrologie (Bodenart, Tragfähigkeit, Grundwasserspiegel, Zwischenlager bzw. Deponien)
4. Lage des Bauraumes (Unterirdische Leitungen wie Gas, Wasser, Abwasser, Strom usw.)
5. Transportverhältnisse (Anfahrt auf öffentlichen Straßen, Muss eine Baustraße angelegt werden?)
6. Medienver- und -entsorgung (Wasser-, Strom- und Fernsprechanschluss, Wo kann Abwasser eingeleitet werden?)
7. Sonstige Angaben (Unterkunfts- bzw. Sanitäreinrichtungen, Wo sind Polizei, Feuerwehr, Arzt und Krankenhaus? Wo kann Abbruch gelagert werden? Erste-Hilfe-Ausrüstung bereitstellen).

Pflichten des Auftragnehmers (Bauunternehmen des Bauhauptgewerkes)
Das bauausführende Unternehmen hat seine Leistung nach Vertrag, den anerkannten Regeln der Technik sowie den gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen auszuführen. Nachfolgend einige Punkte zur besseren Verständigung:
Der Auftragnehmer ist verpflichtet,
- auf erkennbare Mängel rechtzeitig hinzuweisen,
- für Ordnung auf der Baustelle zu sorgen,
- Sorge dafür zu tragen, dass die angrenzende Bebauung ausreichend gesichert wird (z.B. Unterfangungsarbeiten),
- für Sicherheit auf der Baustelle zu sorgen (Beschilderung, Beleuchtung, funktionstüchtiger Bauzaun, Schutz der Fußgänger, sichere Baustellenein- und -ausfahrt usw.).
Darüber hinaus haftet der Auftragnehmer für alle ihm anvertrauten Gegenstände bzw. Objekte bis zur Abnahme.

Einsatz von bauüberwachungspflichtigen Personen
Im Prozess der Baudurchführung werden von den am Bau beteiligten Parteien verschiedene Bauleiter eingesetzt, um die Baudurchführung in all seinen Phasen zu leiten, zu koordinieren und zu kontrollieren:
- den Bauleiter des Auftraggebers (Bauherr, Architekt, usw.)
- den Bauleiter des Auftragnehmers (Bauunternehmen des Bauhaupt-Gewerkes, Subunternehmen, Handwerker)
- den Verantwortlichen der Bauaufsichtsbehörde, der die ordnungsgemäße Ausführung entsprechend der Genehmigung beaufsichtigt (Rohbauabnahme, Endabnahme).