Richtig abgesichert während der Bauphase und danach!

Wer den Schaden hat, muss oftmals tief in die Tasche greifen. Es sei denn, er hat gut vorgesorgt. Bauherren und solche, die es werden wollen, können und sollten sich gegen viele Eventualitäten absichern.
Ob Feuer, Wasserschäden oder Glasbruch: Während der Bauphase kommen Schäden am Bau besonders teuer zu stehen. Obendrein verzögern sie den Baufortschritt. Damit ihre Investitionen nicht durch unvorhergesehene Schicksalsschläge beeinträchtigt werden, sollten sich Bauherren bereits für die Bauphase richtig versichern. Eine umfassende Angebotspalette an Policen hat nahezu jeder Finanzdienstleister im Angebot.
Doch welche Versicherungen sind beim Hausbau unverzichtbar und mit welchen Kosten muss gerechnet werden?

Bauherrenhaftpflichtversicherung: Da Privat-Haftpflichtversicherungen nicht für alle Sach- und Personenschäden aufkommen, ist der Abschluss einer Bauherrenhaftpflichtversicherung ein unbedingtes Muss für jeden Häuslebauer. Sie schützt den Bauherren gegenüber Schadensersatzansprüchen aus der Verschuldens- und Gefährdungshaftung. Sie gilt bis zum Ende der Bauarbeiten und kostet zwischen 25 und 75 € pro 50 000 € Bausumme. Ebenfalls mit dabei: die Grundstückshaftpflicht.

Bauleistungs-(Bauwesen-)Versicherung: Wer sich beispielsweise gegen Vandalismus während der Bauphase schützen will, greift zu diesem Versicherungstyp. Darüber hinaus wird das Vermögen selbstverständlich auch gegenüber Schäden an fertiggestellten Bauteilen durch höhere Gewalt und andere unabwendbare Gefahren gesichert. Der Prämiensatz liegt hier je nach Selbstbehalt zwischen 0,53 und 1,05 € je 500 € Versicherungssumme (180 000 € Bausumme ab ca. 177 € Jahresbeitrag).

Bauhelferunfallversicherung: Wenn Freunde, Kollegen, Nachbarn oder auch Verwandte aus Kostengründen auf der Baustelle aushelfen und dabei zu Schaden kommen, dann springt die Bauhelferunfallversicherung ein. Der Grund hierfür liegt in einem antiquierten Paragraphen aus der "Reichsversicherungsordnung". Wonach auch unentgeltlich arbeitende Bauhelfer gesetzlich unfallversichert sind. Nur dafür kassieren die gesetzlichen Unfallversicherungsträger vom Bauherren Versicherungsprämien, notfalls auch im Nachhinein. Ein Jahr Versicherungsschutz für fünf Bauhelfer mit 50 000 € Invaliditätssumme je Bauhelfer kosten ca. 140 € im Jahr.

Wohngebäudeversicherung (inklusive Feuerrohbauversicherung): Den Abschluss einer Wohngebäudeversicherung verlangen oftmals schon die Banken als Sicherheit bei der Kreditvergabe. Sie ersetzt Schäden, die am Haus durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Sturm, Erdrutsch oder gebrochene Wasserrohre entstehen. Wer diese Police bereits frühzeitig abschließt, also vor Baubeginn, bekommt die Feuerrohbauversicherung von den meisten Finanzdienstleistern sozusagen gratis für die Dauer von zwölf Monaten inklusive dazu. Die Feuerrohbauversicherung sichert den Gebäuderohbau und die Baustoffe gegen Feuerschäden (z.B. gegen Blitzschlag, der den Baumaterialschuppen entzündet). Die Kosten für eine Wohngebäudeversicherung sind von zahlreichen Faktoren abhängig. Für ein neues, massiv gebautes Einfamilienhaus in der günstigsten Regionalklasse mit einem Neuwert von 180 000 € werden ab 100 € Jahresbeitrag veranschlagt.

So viel Versicherung braucht im Normalfall der (Bau-)Mensch. Alle weiteren Versicherungen sind eigentlich überflüssig. Trotzdem sollte sich jeder Bauwillige vor Baubeginn über die entsprechenden Versicherungsangebote bei seinem Versicherungsagenten kundig machen. Ganz nach dem Motto: "Vorsorgen ist besser als heilen".

Lesen Sie bitte auch: Sind Sie richtig versichert?