Optimale Planung spart viel Zeit und Geld

Jetzt kann es losgehen. Mit der Unterschrift im Notarvertrag geht das Grundstück in Ihr Eigentum über. Spätestens jetzt sollten Sie sich darüber im Klaren sein: Sie stehen vor einer Ihrer größten Investitionen. Deshalb ist ein Kassensturz unumgänglich. Stellen Sie in einem ersten Plan fest, was Ihre finanziellen Möglichkeiten hergeben, checken Sie diese ab. Mit diesen Vorstellungen gehen Sie zu einem Finanzexperten (z.B. Bausparkasse, Bank, Steuerberater), mit dessen Hilfe Sie diesen Plan überprüfen. Haben Sie das prinzipielle Okay für diesen Plan von Ihrem Finanzberater, halten Sie Ausschau nach möglichen Fördertöpfen. Erkundigen Sie sich nach den aktuellen Förderprogrammen von Bund, Ländern und Gemeinden. Schließlich haben Sie nichts zu verschenken.

Da Sie schon über ein Grundstück verfügen, suchen Sie sich jetzt einen Architekten aus. Sie können auch problemlos aus unserer Architektenliste den Architekten Ihres Landkreises auswählen.
Mit dem Architekten schließen Sie nun einen Vertrag ab, den so genannten Architektenvertrag (Werkvertrag im Sinne des BGB § 631). Anhand Ihrer Wünsche und Vorgaben, selbstverständlich auch der finanziellen, zeichnet oder entwirft (computergestützt) der Architekt einen ersten Entwurf, den so genannten Vorentwurf. Abhängig vom jeweiligen Haustyp (z.B. freistehendes Einfamilienhaus, Zweifamilienhaus, Doppelhaus oder Reihenhaus) gibt es natürlich unterschiedliche Herangehensweisen, ebenso beim Fertighaus. Sie können die Planung auch einem Bauträger anvertrauen. Insbesondere beim freistehenden Einfamilienhaus, auch Architektenhaus genannt, hat der Bauherr völlig freie Wahl, ganz allein sein Geschmack und seine finanziellen Möglichkeiten entscheiden, was er haben will. Natürlich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben (z.B. LBO, EnEV, BImSchVO).

Steht der Vorentwurf, also das Planungskonzept, bringen Sie Ihre Änderungswünsche in einer gemeinsamen Beratung mit Architekten, Behörde, Statiker und Fachingenieuren vor. Machen Sie Ihre Gesprächspartner auf kostensparende Vorschläge aufmerksam, die in den Entwurf eingearbeitet werden können. Jede Beratung ist durch eine Aktennotiz festzuhalten. Das sorgt von Anfang an für Klarheit und Schutz für den Bauherrn und Architekten. Die Vorentwurfszeichnungen sollten im Maßstab 1:500 bzw. 1:200 sein. Zum Planungskonzept gehören des Weiteren der katasteramtliche Lageplan, ein kurzer Erläuterungsbericht, die Berechnung des umbauten Raumes, eine Kostenschätzung sowie die Berechnung der Wohn- und Nutzflächen.
Der Wert des Vorentwurfs liegt darin, dem Bauherrn die Entscheidung zur Durchführung des Bauvorhabens zu ermöglichen, klar ausgedrückt, zum Bauen oder Nichtbauen.

Haben Sie sich zum Bauen entschieden, ist es an der Zeit, den Bauantrag beim Bauordnungs- oder Bauamt zu stellen. Die Genehmigung Ihres Bauvorhabens wird auf der Grundlage des Bebauungsplanes erteilt, in dem Bauweise und Lage des Hauses beschrieben sind. Im Bauantrag sollten außerdem benannt werden: die Dachneigung, Sockelhöhe, äußere Hausgestaltung, Lageplan des Grundstückes und des Bauvorhabens, Entwässerungsantrag, Gas-, Wasser- und Elektroanschlüsse, Kanaleinlassplan sowie Art der Garage.

Im Unterkapitel "Unterlagen zum Bauantrag" erfahren Sie, welche Unterlagen Sie für einen Bauantrag benötigen. Für das Genehmigungsverfahren ist ein Bauvorlageberechtigter, in Ihrem Fall der Architekt, erforderlich. Ihr Architekt stellt auch den Antrag bei der Baubehörde. Das Baugenehmigungsverfahren ist in den Landesbauordnungen (LBOs) der Länder geregelt. Es kann also regionale Unterschiede geben. Teilweise gibt es bereits Befreiungen von der Baugenehmigungspflicht. Erkundigen Sie sich bitte rechtzeitig bei Ihrer Bauaufsichtsbehörde.