Das Niedrig-Energie-Haus: ein wichtiger Beitrag zur Schonung unserer Umwelt

Der Mensch hat seit geraumer Zeit immer stärker mit Umweltproblemen zu kämpfen, also mit Problemen, die er an sich selbst heraufbeschwört hat. Der hohe Kohlendioxid-Ausstoß ist beispielsweise ein Grund für diese ungünstige Entwicklung.
Jeder Bauherr kann hier einen sinnvollen Beitrag leisten, weil der Anteil privater Haushalte am Energieverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß viel zu hoch ist, indem er die Maxime der Energieeinsparung und rationellen Energienutzung von Anfang an in alle Überlegungen bei der Hausplanung mit einbezieht. Wenn man bedenkt, dass drei Viertel der verbrauchten Energie in Privathäusern auf die Heizung entfallen, sollte frühzeitig nach einer gesunden Alternative gesucht werden, kostbare Energie einzusparen.
Nach der neuen EnEV (Energie-Einspar-Verordnung), die seit dem 1. Februar 2002 in Kraft ist, ist der Niedrig-Energie-Haus-Standard ohnehin Pflicht für jeden Neubau. Nun stellt sich für viele Bauherren natürlich die Frage:

Was ist eigentlich ein Niedrig-Energie-Haus?
Hinter dem so genannten Niedrig-Energie-Haus, auch als Sieben-Liter-Haus bekannt, verbirgt sich kein spezieller Haustyp und auch keine spezifische Bauweise. Der Fachbegriff bezeichnet vielmehr einen Baustandard, bei dem die Einsparung von Energie das Ziel ist, und zwar durch eine Verringerung der Wärmeverluste an die Außenwelt. Was macht aber nun ein Haus zum Niedrig-Energie-Haus? Lesen Sie:

Die acht Punkte zum Niedrig-Energie-Haus

1. Das Haus muss einen kompakten Baukörper besitzen.

Ganz entscheidend hierfür ist, dass die Fassade keine Vor- bzw. Rücksprünge zulässt, also auf Erker und dergleichen resolut verzichtet wird. Quader- oder trapezförmige Baukörper sind zu favorisieren.

2. Der Wärmeschutz des Gebäudes muss ausgezeichnet sein.

Vom Keller bis zum Dach ist eine hervorragende Dämmung (natürlich abhängig von der Wandstärke und vom Material) nach außen unablässige Pflicht. Fenster erhalten eine spezielle Wärmeschutzverglasung.

3. Wärmebrücken sind auf jeden Fall zu vermeiden.

Bereiche, wo gedämmte Außenbauteile durch andere Bauteile unterbrochen werden, sind oftmals anfällig für Wärmebrücken, über die Wärme nach außen dringen kann. Kritische Bereiche (z.B. Übergänge und Anschlüsse zwischen Fenster und Wand, Stürze und Rollladenkästen) sind deshalb besonders sorgfältig herzustellen.

4. Die Strahlungsenergie der Sonne ist in den Energiehaushalt mit einzubeziehen.

Die Anordnung der Räume und die Größe der Fenster müssen nach der Sonneneinstrahlung ausgerichtet sein. Wohnzimmer (Aufenthaltsräume, etc.) sind zur Sonnenseite, Wirtschaftsräume (Küche o.ä.) nach Norden anzuordnen.

5. Das Haus muss über eine luftdichte Gebäudehülle verfügen.

Jedes Gebäude muss über eine ausreichende Luftzirkulation verfügen, um bauliche und gesundheitliche Schäden (Schimmelbildung, usw.) auszuschließen. Die ausreichende Lüftung der Räumlichkeiten sollte aber kontrolliert ablaufen, also nicht über ungewollte Wärmeverluste geschehen.

6. Die Warmwasserversorgung sollte über Solarthermie erfolgen.

Unter Mithilfe der Sonne kann eine Menge Strom gespart werden. Besonders wirtschaftlich ist die thermische Verwertung der Solarenergie, also die Warmwasserversorgung mit Solarkollektoren. Hierfür reichen bereits wenige Quadratmeter Kollektorfläche aus.

7. Eine optimale Abstimmung der Heizungsanlage ist unumgänglich.

Unter Einbeziehung der guten Wärmedämmung kommen Niedrig-Energie-Häuser schon mit relativ kleinen Heizungsanlagen aus. Der Einsatz modernster Brennwerttechnik unter Zuhilfenahme der Abwärme ist nahezu selbstverständlich.

Wichtige Neuerung: Nach der neuen EnEV müssen Hausbesitzer, die seit 1996 keinen neuen Brenner eingebaut haben, Heizkessel ersetzen, die vor 1978 installiert wurden. Ausnahmeregelung: Niedertemperaturkessel und Anlagen mit einer Leistung unter vier und über 400 KW.


8. Energiesparende Haushaltgeräte reduzieren den Strombedarf.

Elektrogeräte mit geringem Verbrauch unterstützen das Niedrig-Energie-Haus-Konzept sinnvoll.