Optischer Aufmacher und wirksamer Schutz der Außenwand zugleich

Außenwandverkleidungen sind neben dem Aufbringen von Putz und Farbe eine weitere Möglichkeit, die Außenwandkonstruktion von der Wetterseite her zu behandeln. Sie haben in der Regel keine tragende Funktion, da sie entweder vorgehängt oder vorgemauert werden. Beide Varianten sind in Fachkreisen zum einen als vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) bzw. zum anderen als Verblendmauerwerk (Sichtmauerwerk, Klinker) bekannt. Da Sie im Einfamilienhausbau nur eine untergeordnete Rolle spielen, sollen sie nur kurz erläutert werden (u.a. im Spritzwasser- und Sockelbereich).

Vorgemauerte Wetterschutzschicht
Je nach Witterungseinfluss und Grad der Luftverschmutzung werden verschiedene Varianten der Außenwandverkleidung eingesetzt. Sie behindern weder den Luft- noch den Feuchtigkeitsaustausch der Außenwand. Der Bauherr hat eine große Auswahl an Materialien zu Verfügung, es sollte aber zum äußeren Erscheinungsbild des Gebäudes passen. Denkbare, vorgemauerte Bekleidungen wären: Klinker, Vormauerziegel, Kalksand-Vormauersteine, Naturwerksteinplatten, keramische Platten, Fliesen, Betonwerksteinplatten, usw.

Als zweite Variante ist die bereits behandelte Außenschale bei mehrschichtigem Außenmauerwerk anzuführen. Sie hat keine statische Funktion, greift aber in den Wärmeschutz ein. Drahtanker verbinden die Außen- mit der Innenschicht. Das Sichtmauerwerk kann aus Klinkern, Vormauerziegeln und Kalksandstein bestehen.

Die dritte Variante ist eine aufgemörtelte Verblendung. In den aufgebrachten Mörtel werden frostbeständige Platten, Spaltklinker, kleinteilige Fliesen oder so genannte Naturwerksteinriemchen direkt auf die Außenhaut mit eingearbeitet. Der Feuchtigkeitsaustausch erfolgt hier über die Fugen, da das gewählte Material zu meist diffusionsdicht ist. Um keinen Feuchtigkeitsstau zu provozieren, empfiehlt es sich in jedem Fall, einen Fachmann zu konsultieren.

Vorgehängte hinterlüftete Fassade
Die vorgehängte hinterlüftete Schale schützt die Außenwand vor allen Witterungseinflüssen. Sie ist nicht tragend. Ein Luftspalt von ca. 4 cm sorgt für entsprechende Be- und Entlüftung der Außenwandkonstruktion. Am Mauerfuß und an der oberen Begrenzung unterhalb der Traufe werden Belüftungsschlitze angeordnet, die die Luftzirkulation gewährleisten. Als vorgehängte hinterlüftete Fassaden kommen verschiedene Materialien zum Einsatz: Vormauersteine, Natur- und Betonwerkstein, Holz, Metall, Kunststoff und Glas.