Wärmedämmung und Wärmespeicherung des Baustoffs entscheiden

Heute erfüllt eine 36,5 cm dicke einschalige Außenwand aus Ziegelmauerwerk (z.B. Planziegel, Planhochlochziegel) problemlos die EnEV-Forderungen, so dass auf eine zusätzliche Wärmedämmung nahezu verzichtet werden kann. In Verbindung mit einem so genannten Leichtmauermörtel (LM21 bzw. LM36) erfüllt man alle Anforderungen einer Außenwand hinsichtlich Tragfähigkeit, Wärmedämmung und -speicherung sowie Witterungs- und Lärmschutz. Selbstverständlich könnten für unser Beispiel anstelle des Ziegels auch andere Baustoffe wie Leichtbetonsteine oder Porenbetonblocksteine stehen.

Weitere Varianten des Wärmeschutzes von Außenwänden
Neben der einschaligen Außenwand gibt es das zweischalige Mauerwerk mit oder ohne Luftschicht. Bei diesen Systemen erfolgt eine Trennung der typischen Außenwand-Funktionen Tragfähigkeit, Wärme- und Feuchtigkeitsschutz. Die Innenschale (Hintermauerwerk) übernimmt hierbei die Funktion der Tragfähigkeit hingegen die Außenschale die Wetterschutzschicht bildet. Die Wärmedämmschicht, entweder mit oder ohne Luftschicht, trennt die beiden Schalen. Die Außenschale kann z.B. als Sichtmauerwerk (Verblendmauerwerk, Klinker etc.) ausgebildet werden.
Ein weiteres bekanntes Beispiel: Die zweischalige Außenwand aus Kalksandsteinen mit einer Kerndämmung ohne Luftschicht aus Mineralfaserplatten.

Nachträgliche Wärmedämmung bei Altbauten
Um den Wärmeschutz bei bestehenden Gebäuden zu verbessern, greift man oftmals zu Wärmedämmverbundsystemen. Hierbei werden auf die Außenwand (Mauerwerk, Beton, etc.) Wärmedämmplatten (Steinwolle, Schaumstoffe usw.) mittels Spezialmörtel oder auch Spezialdübeln aufgebracht. Gemeinsam mit dem Putz bilden sie zusammen das so genannte Wärmedämmverbundsystem mit relativ guten Dämmeigenschaften. Ein bekanntes Beispiel für diese Technologie ist die großflächige Sanierung der zahlreichen Plattenbauten in Ostdeutschland.
In Fällen, wo die Fassade nicht verändert werden darf (Denkmalschutz), kommt auch die Wanddämmung an der Innenseite der Wandkonstruktion als Möglichkeit in Betracht. Für diese Variante sollte auf jeden Fall ein Fachmann hinzugezogen werden!

Große Auswahl an Dämmstoffen auf dem Markt
Jeder Bauherr sollte prüfen, ob sein Haus ausreichend wärmegedämmt ist. Die fünf wichtigsten Bereiche sollen an dieser Stelle noch einmal erwähnt werden:
- Dämmung der Versorgungsleitungen,
- Außen- und Innenwände,
- Fußböden,
- Decken sowie
- Steil- und Flachdächer.

Die Qualität eines Dämmstoffes lässt sich folgendermaßen formulieren: Je geringer die Wärmeleitfähigkeit, desto höher sind die Wärmedämmung und der Wärmeschutz.
Die bekanntesten Dämmstoffe am Markt sind: Mineralwolle (Stein- und Glaswolle), Hartschaumplatten (Styropor, Polystyrol und Polyurethan), Schaumglas (Foamglas), Perlit, Blähton, Zellulose, Kork sowie Flachs und Baumwolle.