Wohngesunde Materialeigenschaften sind zu favorisieren

Damit die Wände und Decken eine glatte Oberfläche bekommen, müssen sie verputzt werden. In der Regel geschieht dies mit einem Kalk-Gips-Putz, der heutzutage überwiegend maschinell aufgetragen wird. In Feuchträumen kommt ein Kalk-Zement-Putz zum Einsatz. Selbst der seit ca. 10 000 Jahren verwendete uralte Gipsputz erfährt gegenwärtig eine Renaissance. Es ist ein dampfoffener Baustoff für hygienisch einwandfreie Wandoberflächen.
Ganz entscheidend für ein angenehmes Raumklima sind diese mineralischen, dampfdiffusionsfähigen und feuchtigkeitsregulierenden Putze, die ebenso unproblematisch für spätere Anstriche sowie Tapeten sind. Normalerweise besteht der Innenputz aus drei Lagen, dem Spritzbewurf (Grundierung), um vorhandene Unebenheiten auszugleichen, sowie dem Unter- und dem Oberputz, um keine Schwindrisse beim Trocknen entstehen zu lassen.

Natürlich kann auch ein so genannter Trockenausbau erfolgen, hier werden Gipskartonplatten verwendet. Der Vorteil dieser Methode liegt in der sauberen und trockenen Arbeitsweise, es kann gegenüber dem Putzeinsatz ohne Zeitverzögerung (keine zusätzliche Baufeuchte) weitergearbeitet werden. Die ca. 1 bis 1,8 cm dicken Platten können geklebt, genagelt und geschraubt werden. Sauberes Arbeiten vermindert die Rissbildung durch die Stoßfugenproblematik. Gipsbetonplatten besitzen obendrein gute Dämmeigenschaften.

Was muss beim Verputzen beachtet werden?
Die Putzarbeiten sind nach der Fertigstellung der Elektro-, Heizungs- und Sanitärarbeiten, jedoch vor dem Beginn der Estricharbeiten (Fußbodenaufbau) zu realisieren. Der Putzuntergrund sollte vor dem Verputzen folgende Eigenschaften besitzen:
- trocken und staubfrei sowie
- fett-, schalöl- und wachsfrei.

Stark saugende Untergründe müssen vorbehandelt werden. Betondecken und -wände erfordern Haftbrücken, damit der Putz besser hält. An besonders kritischen Stellen, z.B. wo verschiedene Materialien zusammentreffen, muss Gewebe eingearbeitet werden, um spätere Risse im Putz zu vermeiden. Hier sind insbesondere die Bereiche der Stürze und Rollladenkästen zu nennen, die bereits im Zusammenhang mit Wärmebrücken erwähnt worden sind.

Besonderes Augenmerk gilt auch bestimmten Kanten im Eingangs- und Flurbereich, die am besten durch Metallschienen zu schützen sind. Gerade in der Einzugsphase können diese doch sehr empfindlichen Kanten beim Transport der Möbel leicht beschädigt werden. Im Fenster- und Türenbereich werden gern auch Putzanschlussleisten verwendet, damit sauberes Arbeiten gewährleistet ist.