Jetzt ist der Sanitär-Fachmann an der Reihe

Die Qualität der versorgungstechnischen Anlage (u.a. Wasser und Abwasser) bestimmt auch den Gebrauchswert eines Hauses. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an alle möglichen Einflusskriterien in die Planung mit einzubeziehen. Das reicht von der Raumplanung bis hin zur Ausstattung der Räume, die eine Wasserver- bzw. -entsorgung erhalten sollen. Im Allgemeinen sind das folgende Räumlichkeiten innerhalb des Hauses: Küche, Bad, WC, Gäste-WC und der Standort für die Waschmaschine. Obendrein sollte an ein Wasseranschluss für den Gartenschlauch an der Außenseite des Hauses gedacht werden.

Haben Sie den räumlichen Bedarf ermittelt, kommen noch einige installationsbedingte Aspekte hinzu. Der Fachmann unterscheidet hier nach:
- Zugänglichkeit,
- Reparaturfreundlichkeit,
- Revisionsmöglichkeit,
- Erweiterungsfähigkeit,
- Materialauswahl und
- Funktionssicherheit.

Warmwasserbereitung: zentral oder dezentral?
Geht es um die Warmwasserversorgung, steht der Bauherr oftmals vor einer Grundsatzentscheidung: Entweder zentral oder dezentral? Wie bei allen Entscheidungen sollten Sie auch hier die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten genau abwägen.
Bei der zentralen Warmwasserversorgung erwärmt ein Gerät, meistens in Verbindung mit der Heizungsanlage, das Wasser für das gesamte Haus. An sich ein ganz simples Prinzip bestehend aus Brenner und Kessel, wo ein Warmwasserspeicher angeschlossen ist, in dem das Wasser erwärmt und gespeichert wird. Der Energieträger, Gas oder Öl, ist vollkommen egal. Sinnvoll wäre auch, die Warmwasserbereitung unabhängig von der Heizungsanlage funktionieren zu lassen, was sich besonders in der heizungsfreien Zeit positiv bemerkbar machen. Leitungsrohre, die heißes wasser führen, sollten im Kellerbereich unbedingt gedämmt werden, damit die Wärmeverluste minimiert werden.

Der Hauptvorteil einer zentralen Warmwasserbereitung liegt in der schnellen Versorgung mit großen Mengen von Warmwasser, wie es beispielsweise in größeren Familien in den Morgenstunden gewünscht wird. Darüber hinaus gibt es keine zusätzlichen Geräte im Haus, wie z.B. Untertisch-Boiler oder Durchlauferhitzer, die natürlich Platzbedarf erfordern.
Die dezentrale Warmwasserversorgung ist wirtschaftlicher, da nur das Warmwasser erzeugt wird, was wirklich benötigt wird. Es gibt also keine ständige Bevorratung großer Mengen.

Immer wieder Ärger mit der Wasserhärte
Verkalkte Heizstäbe, das Horrorszenario aus unzähligen Werbespots, sind ein durchaus ernstzunehmendes Problem. Kalk hat nämlich die unangenehme Eigenschaft, sich ab einer Wassertemperatur von 65 Grad Celsius in Leitungen und Geräten abzulagern. Besonders gefährdet sind Warmwassererzeuger wie Boiler und Durchlauferhitzer, Waschmaschinen, Geschirrspüler, aber auch Kaffeemaschinen. Erkundigen Sie sich deshalb bei Ihrem Wasserversorger über die Wasserqualität., damit sie der Verkalkung rechtzeitig durch Wasserenthärter entgegen wirken können. Ebenso verhält es sich mit möglichen Korrosionsgefahren an Leitungen und Armaturen.
Bei der Wahl des Rohrmaterials ist vor allem auf die Langlebigkeit zu achten, die zudem auch eine gute Wasserqualität mit sich bringt. Lassen Sie sich fachmännisch beraten, welches Rohrleitungsmaterial am besten für Ihr Hausnetz geeignet ist. Zur Auswahl stehen beispielsweise: Stahl (verzinkt), Edelstahl, Kupfer (innen verzinkt) und Kunststoff. Werden mehrere Materialien verwendet, sollte die Verträglichkeit untereinander geprüft werden. Entsprechende Sanitärkeramik ist entweder jetzt oder später zu installieren (teilweise abhängig vom Innenputz und Fußbodenaufbau).
Planen Sie darüber hinaus eine Regenwassernutzungsanlage, Brauchwasser für Toiletten etc., ist ein zusätzliches Leitungsnetz zu installieren. Trink- und Brauchwasser dürfen nicht in ein und derselben Leitung fließen.

Aus Trinkwasser wird schnell Abwasser
In Deutschland sind Stadtbewohner zu 100 Prozent an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen. Diese Kanäle leiten das Abwasser zu Großkläranlagen, wo es durch diverse Reinigungsstufen wieder zu Trinkwasser wird. So entsteht ein fortwährender Wasser-Kreislauf. Das Abwasser wird bekanntermaßen von den jeweiligen Nutzern über die einzelnen Grundleitungen in das Kanalisationssystem geführt.
Bewohner in ländlichen Gegenden müssen sich des öfteren, wo keine Kanalisation vorhanden ist, mittels einer Kleinkläranlage (Klärgrube, Sammelgrube) behelfen, die je nach Abwasseranfall gelehrt werden muss. Informieren Sie sich rechtzeitig über das umfangreiche Angebot, wenn Sie eine Klärgrube benötigen.

Kommen wir zur Installation des Hausnetzes: In der Regel handelt es sich hierbei um Sammel- und Fallleitungen (senkrechte Leitungen), die das anfallende Abwasser von den einzelnen Geschossen zu den Grundleitungen transportieren. Notwendige Richtungsänderungen sollten niemals im Winkel von 90 Grad, sondern immer mit 2 mal 45 Grad verlegt werden, um so die Gefahr einer raschen Verstopfung zu minimieren. Fallrohre müssen zudem mit Dunstabzugsrohren (zwecks Gasentwicklung) versehen werden, die über das Dach zur Entlüftung zu führen sind.

Für Abwasserrohre bietet der Markt diverse Auswahlmöglichkeiten an: Rohre und Formstücke müssen genormt und bautechnisch zugelassen sein. Darüber hinaus sollten sie glattwandig, hitzeverträglich (95 Grad Celsius) und korrosionsbeständig sein. Folgende Rohrmaterialien sind u.a. denkbar: Faserzement-, gusseiserne Abfluss-, Kunststoff- und Stahlrohre.

Noch ein paar Bemerkungen zum Regenwasser: Das anfallende Regenwasser ist über die Dachentwässerung über Dachrinnen und Fallrohre an den Außenwänden des Hauses abzuleiten. Wenn Sie eine Regenwassernutzungsanlage planen, ist der Wasseranfall dieser Anlage zuzuführen. Ansonsten wird das Regenwasser über die Grundleitung in die Kanalisation geführt.