Die Fenster sollten zum äußeren Erscheinungsbild passen

Bereits bei der Gebäude-Planung sollte man sich ernsthafte Gedanken über das Aussehen und die Beschaffenheit der Fenster machen. Fenster und Fenstertüren bilden sozusagen die optische Beziehung von innen nach außen und umgekehrt. Neben Licht, Luft und Sonnenenergie bringen sie die unmittelbare Nähe des Hauses (Garten, Straße und Nachbar) ins Blickfeld seiner Bewohner. Sowohl von innen als auch von außen bestimmen die Fenster das Gesamtbild des Gebäudes. Je nach Form und Größe, Anzahl und Gestaltung, Material und Farbe vermitteln sie seinem Betrachter den Charakter des Hauses.

Auf die richtige Wahl der Fenster kommt es an
Viele Faktoren entscheiden bei der Auswahl der Fenster. Neben der optischen Wirkung sollten aber vor allem funktionelle Aspekte die Wahl beeinflussen. Man denke nur an die Wärmedämmung, den Schallschutz, die Wartung und Pflege sowie an die Dichtigkeit. Natürlich ist die Wahl des Materials nicht nur eine Frage des Geschmackes, sondern auch eine Frage des Preises. So hat sicher jedes Material, Holz, Kunststoff oder Aluminium, seine Vor- und Nachteile und natürlich seine Existenzberechtigung. Holzfenster (ca. 40 % Marktanteil) sind z.B. pflegeleicht und relativ preisgünstig, müssen jedoch hin und wieder gestrichen werden. Kunststofffenster sind ebenso pflegeleicht, schlagfest und farbbeständig, passen jedoch nicht immer ins Bild der Fassade. Alu-Fenster liegen im Preis über den anderen. Sie werden gern dort eingesetzt, wo größere Belastungen (u.a. im Dachfensterbereich) eine Rolle spielen.

Fenster ist nicht gleich Fenster
Ein Fenster besteht aus mehreren Einzelteilen. Zuerst kommt der so genannte Blendrahmen, der fest mit dem Mauerwerk verankert ist. Als nächstes folgt der Flügelrahmen, der beweglich mit dem Blendrahmen verbunden ist. Des Weiteren gibt es den Pfosten, er dient zur Unterteilung des Blendrahmens in der Vertikalen, und den Riegel, der den Blendrahmen in der Horizontalen trennt. Im Flügelrahmen können dann noch die einzelnen Sprossen sein, wo die Glasscheiben eingesetzt sind.
Darüber hinaus gibt es Einfachfenster, Verbundfenster und Kastenfenster. Das Einfachfenster besteht aus einem Rahmen mit mehreren Flügeln nebeneinander. Bei der Verglasung treffen wir Mehrscheiben-Isolierglas an. Aus Wärmeschutzerfordernissen ist übrigens die von früher bekannte Einscheibenverglasung heutzutage nicht mehr zugelassen.

Beim Verbundfenster handelt es sich um zwei hintereinander angebrachten Fensterflügeln (bei nur einem Rahmen), die für Reinigungszwecke getrennt werden können.
Das Kastenfenster ist letztendlich die Anordnung zweier Einfachfenster hintereinander. Die Flügel sind hier jeweils unabhängig voneinander.
So vielfältig die Fenster sind, so zahlreich sind auch die Öffnungsvarianten der einzelnen Fensterflügel: Man unterscheidet beispielsweise: Drehflügel, Wendeflügel, Schwingflügel, Kippflügel und Drehkippflügel. Genauso verhält es sich mit den zahlreichen Fenstergriffen, wobei natürlich der Geschmack eine große Rolle spielt. An dieser Stelle soll lediglich auf den abschließbaren Fenstergriff hingewiesen werden.

Maßarbeit beim Einsetzen gefragt
In den Kapiteln des Rohbaus wurde häufig der Begriff des lichten Baumaßes verwendet, auf den wir nun wieder zurückkommen. Das lichte Maß zwischen Sturz, Seitenbegrenzung und Fensterbank ist so angelegt, dass der Blendrahmen samt Verankerungstechnik problemlos in die Leibung passt. Hier wird das Fenster angeschlagen, wie der Fachmann sagt. Beim Ausrichten des Rahmens mit der Wasserwaage helfen Holzkeile bei der vorläufigen Arretierung. Danach werden die Befestigungsmittel (Stahlbleche mit Nägeln, Mauerwerksanker, Metallwinkel, usw.) in die Mauerwerksleibung getrieben, damit der Fensterrahmen eine starre Verbindung mit dem Mauerwerk eingeht. Der vorhandene Zwischenraum zwischen Rahmen und Leibung wird mit Dichtungsmasse verfüllt und anschließend verputzt. Hier ist darauf zu achten, dass keine Wärmebrücken entstehen.

Wie bei den Fenstern, so ist auch bei den Türen (Terrassentür, etc.) zu verfahren. Nur, dass hier der untere Anschlag mittels Stahlprofil ausgeführt wird. Neben der guten Abdichtung ist insbesondere auf den Fußbodenaufbau zu achten, der in einem späteren Kapitel behandelt wird.