Die Dachhaut muss Hitze, Regen, Schnee und Wind abhalten

Das Dach, insbesondere die Dachdeckung, ist das mit Abstand am meisten beanspruchte Bauteil eines Gebäudes. Es versteht sich von selbst, dass nur fachlich einwandfreies Arbeiten und qualitativ hochwertiges Deckungsmaterial eine lange Lebensdauer des Daches garantieren. Die Praxis hat Beispiele parat, wonach Ziegeldächer bis zu 100 Jahre alt geworden sind. Steildächer werden heutzutage überwiegend mit Dachziegeln, Dachsteinen oder Schiefern gedeckt.

Dachform von vielen Faktoren abhängig
So unterschiedlich die Dachformen sind, so vielschichtig sind auch die Gründe, die zu ihrer Entscheidungsfindung führen können. Zuerst einmal bestimmt der Gebäudegrundriss und die Nutzung die Dachform. Fachleute raten außerdem dazu, das Dach als bauliche Einheit zu betrachten, gemeint sind die Dachkonstruktion und Dachdeckung.
In schneereichen Gebieten sind z.B. überwiegend Dächer mit einem geringeren Neigungswinkel und einem großen Dachüberstand anzutreffen. In wind- und regenreichen Zonen überwiegen hingegen die Steildächer mit geringem Dachüberstand. Darüber hinaus kommen eventuell noch bauaufsichtliche Gesichtspunkte hinzu, die i.d.R. in den Bebauungsplänen enthalten sind. Außer dem Flachdach unterscheidet man beispielsweise zwischen Sattel-, Walm-, Zelt-, Pult- oder Sheddach.
Der Trend, den Dachbereich auch als Wohnraum zu nutzen, ist nahezu ungebrochen. Diese Nutzungsform erfordert jedoch, dass die Dachkonstruktion hinsichtlich des Wärmeschutzes wie ein normales Wohngeschoss ausgebildet wird.

Umfangreiches Dachstein-Sortiment am Markt
Der Dachdeckungsmarkt ist genauso hart umkämpft, wie alle anderen Bereiche auch auf dem Bausektor. Der Bauherr hat sozusagen die Qual der Wahl. Jeder Interessent sollte sich vor allem nicht verrückt machen lassen, möglichst viele Angebote einholen und diese in aller Ruhe vergleichen.
Der Fachmann unterscheidet grundsätzlich zwischen Hart- und Weichdeckung. Bekannte Materialien für die Hartdeckung sind:
- Schiefer,
- Tondachziegel,
- Betondachsteine sowie
- diverse Faserzementprodukte.
Da Weichdeckungen, wie z.B. die gute alte Dachpappe, Dachschindeln aus Bitumen oder Reetdeckungen, für den privaten Hausbau vernachlässigbar gering zum Einsatz gelangen, soll an dieser Stelle auf eine nähere Erklärung verzichtet werden.

Der Dachziegel aus gebranntem Ton
Jeder normal denkende Mensch hat in seinem Leben schon einmal etwas über den gebrannten Tondachziegel gehört. Dieses Naturprodukt begleitet den Menschen schon seit über 4 000 Jahren. Die Vorteile des Tondachziegels sind hinlänglich bekannt:
- altert natürlich (nimmt Patina an),
- atmet (durch kapillare Poren),
- nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab,
- resistent gegenüber UV-Strahlen sowie
- chemischen Angriffen (saurer Regen).

Der Dachstein aus Beton
Im Vergleich zum Tondachziegel ist der Betondachstein nur wenige Jahrzehnte alt. Der künstliche Stein wird aus Zement und quarzhaltigem Sand hergestellt. Die porige Oberfläche wird letztendlich durch eine mit Farb- und Kunststoffpigmenten versetzte Zementschlempe versiegelt. Mittlerweile sind nahezu alle Farben denkbar. Bei 60 Grad werden die Betonsteine dann schnellgetrocknet und weiter verarbeitet. Ihre vorläufige Endfestigkeit erhalten sie allerdings, wie das bei Beton so üblich ist, erst nach 28 Tagen. Die "Frankfurter Pfanne" ist bei Fachleuten sicherlich der bekannteste Betondachstein.

Die wichtigsten Dachziegelarten
Sowohl von den Dachziegeln als auch von den Dachsteinen gibt es zwei nennenswerte Sorten: die Flächenziegel für die großflächige Deckung und die Formziegel für die Sonderbereiche (z.B. Trauf-, First- und Ortgangziegel). Darüber hinaus gibt es noch die Schmuckziegel zur Verschönerung des Daches.
Die quantitativ größte Anwendung erreichen die Flachziegel, die für Dachneigungen von 22 bis 90 Grad in Frage kommen. Die Flächenziegel unterteilen sich wiederum in:
- Flachziegel (Biberschwanzziegel),
- Hohlziegel (unverfalzt; auch unter Pfannen bekannt: u.a. Hohlpfanne, Mönch und Nonne) sowie
- Falzziegel (verfalzt; u.a. Klosterpfannen).

Abschließend noch ein paar wichtige Aspekte zum Dachaufbau selbst. Im Steildachsegment treffen wir vor allem das Kaltdach (im Gegensatz dazu das unbelüftete Warmdach) an, wobei die Luft unter der Dachhaut etwa von der Konsistenz (warm, kalt und feucht, etc.) ist, wie die Außenluft. Es gilt das zweischalige Konstruktionsprinzip. Zwischen Unterspannbahn (reißfest, schwer entflammbar, wasserdicht und atmungsaktiv) und Wärmedämmschicht befindet sich ein durchlüfteter Spalt, der für ausreichende Luftzirkulation sorgt.
Jeder Bauherr sollte unbedingt darauf achten, dass der Einbau der wichtigen Lüftungsöffnungen an First und Traufe exakt vorgenommen wird (Faustformel: Ein Lüftungsziegel pro ein Meter Dachbreite).