Das Dach schützt das Gebäude vor Witterungseinflüssen

Das Dach in seiner ursprünglichen Funktion war immer als Schutzdach konzipiert. Je nach Region gab es die unterschiedlichsten Arten von Dachkonstruktionen und Dacheindeckungen (Holz, Reet, Schiefer und später Ziegel), die auch heute noch anzutreffen sind. Immer in Abhängigkeit von den jeweiligen Witterungseinflüssen einer Region.
Allerdings hat sich der Charakter des Daches über die Jahrzehnte stark verändert. Heutzutage werden Dachstuhlbereiche im Wohnungsbau verstärkt für Wohnzwecke herangezogen, was natürlich Einfluss (Wärmedämmung, etc.) auf die bauliche Gestaltung hat.

Zimmermannskunst nach wie vor gefragt
Obwohl es Dachkonstruktionen aus Stahl, Leichtmetall und Spannbeton gibt, ist der gute alte Dachstuhl aus Holz gerade im Ein- und Zweifamilienhausbau nicht wegzudenken. Hier ist die Handwerkskunst des Zimmermannes gefragt. Damit das Haus schnell seinen Witterungsschutz erhält, sollte nicht lange gezögert werden. Bevor allerdings die Wetterschutzschicht in Form von Ziegeln erstellt werden kann, ist das Dachtragwerk zu errichten. Denn neben den eigenen Lasten muss das fertige Dach auch die Verkehrslasten (Schnee, Regen und Wind) abfangen, auf das Mauerwerk übertragen und über das Fundament in den Baugrund ableiten. Dabei haben sich im Laufe der Jahre drei Dachstuhlformen herauskristallisiert:
- das Sparrendach,
- das Kehlbalkendach sowie
- das Pfettendach.

Sparren- und Kehlbalkendächer eignen sich besonders gut für Satteldächer. Diese Konstruktion bietet einen freien Dachraum ohne Stützbalken. Die Lasten werden beispielsweise beim Sparrendach mit liegendem Stuhl über die Außenwände abgetragen. Das Kehlbalkendach ist im Prinzip auch ein Sparrendach, nur mit einem waagerechten Kehlbalken versehen, damit sich die Sparren bei einer Länge von über 4,50 m nicht durchbiegen. Sparrendächer haben oftmals eine Dachneigung von 35 bis 60 Grad aufzuweisen, bei einem Sparrenabstand von 70 bis 80 cm. Die Gebäudebreite liegt bei ca. 8 Metern.
Das Pfettendach hat den Vorteil, dass es über nahezu jeden Grundriss errichtet werden kann. Die Lasten werden vertikal über die Pfetten (Platten), Stützbalken sowie die tragenden Innenwände abgetragen. Durch die notwendigen Stützen der First- und Mittelpfetten ergeben sich diverse Einschränkungen bei der Nutzung des Dachraumes. Diesen Aspekt gilt es bei der Auswahl dieser Dachkonstruktion zu beachten.

Mit der Fertigstellung des Dachstuhles erreichen die am Bau Beteiligten das bei allen sehr beliebte Richtfest. Soll heißen: Die Rohbauarbeiten sind abgeschlossen. Gute alte Bau-Tradition ist die Anbringung einer Richtkrone (Richtkranz) am Dachstuhl. Der Zimmermannsgeselle trägt üblicherweise einen Richtspruch vor. Deftige Hausmannskost und Bier vom Fass runden diesen ersten Bauhöhepunkt geschmackvoll ab.

Ein Tipp am Rande: Das Richtfest gehört steuerlich zu den Baunebenkosten.
Neben den Feierlichkeiten sollte die Rohbau-Fertigstellung der Bauaufsichtsbehörde mitgeteilt werden (Rohbau-Fertigstellungs-Anzeige).