Ohne solides Fundament kein standfestes Haus!

Wenn man bedenkt, dass ein normales zweigeschossiges Einfamilienhaus mühelos ca. 800 t Last (ständige Last + Verkehrslast) auf den Baugrund überträgt, muss jedem klar sein, dass dem Fundament eine besonders tragende Rolle zukommt. Entsteht ein Haus, lastet sein gewaltiges Gewicht auf dem Fundament - das Gebäude sinkt sozusagen in den Boden ein. Ein ganz normaler Vorgang, der sich nicht vermeiden lässt. In dieser Phase können die bekannten Setzrisse entstehen.

Ein falsch berechnetes Fundament kann verheerende Folgen haben, im ungünstigsten Fall stürzt das Haus ein. Soll heißen: Der gewaltige Druck der Mauern kann das Erdreich seitlich herausquetschen, der Bau bricht zusammen.
Doch keine Angst, dafür sind ja die Statiker da, die die Fundamente mit Sicherheit berechnen.
Der Druck, den das Fundament nach unten in den Baugrund weiterleitet, muss also aufgefangen werden. Hier entscheidet sowohl die Fundamentbreite als auch die Fundamenttiefe. Normalerweise breitet sich der Druck in einem Bauteil in einem Winkel von 60 Grad aus. Dementsprechend sollte der Fundamentfuß konstruiert werden.

Die Breite der Fundamente hängt vor allem von der Bodenbeschaffenheit ab. Nichtbindige Böden, z.B. Kiese und Sande, erfordern größere Dimensionen als beispielsweise bindige Böden wie Tone und Schluffe. Die genaue Kenntnis des Bauuntergrundes ist hierfür dringend erforderlich. Normalerweise werden Streifenfundamente aus Beton ausgeführt. Für kleinere Bauten (Carports, Gartenhäuser, usw.) reichen indes Einzelfundamente aus.
Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die frostfreie Gründung des Fundamentes (i.d.R. 80 bis 100 cm tief). So wird verhindert, dass eventuell unter dem Fundament eingelagerte Wasserblasen eines Tages gefrieren. Mit deren Ausdehnung könnte eine ungleichmäßige Bewegung im Fundament entstehen, die im schlimmsten Fall das Gebäude zum Einsturz bringen kann.

Besonders akkurates Arbeiten erforderlich
Bevor das Fundament gegossen wird, müssen allerdings einige Vorbereitungen getroffen werden. Hier sollte mit größter Genauigkeit und Sorgfalt zu Werke gegangen werden, denn später ist ein Herankommen nicht mehr möglich. Gemeint ist hier das Verlegen der Grundleitungen für Schmutz- und Regenwasser unter dem Fundament, und zwar sorgfältig im Gefälle verlegt. Denken Sie auch an den Einbau einer Rückstauklappe (mechanisch oder elektrisch betrieben). Bei hohem Grundwasserspiegel sollte eine Flächendrainage eingebaut werden. Als günstige Lösung hat sich zudem der Einbau eines Fundament-Erders (verzinkter Bandstahl) erwiesen, der für die Blitzschutz-, Antennen- und Telefonanlage dienen kann. Die Erdung sollte auch an dem späteren Elektro-Verteilerkasten angebracht werden.

Für das Betonieren der Fundamente und der Bodenplatte ist der Einbau von Fertigbeton zu empfehlen, der frei Baustelle geliefert und mittels Betonpumpe eingebaut werden kann. Vorteil: Hier ist eine gleichbleibende Betongüte gewährleistet.